(026) Der Prophylaxebereich im Praxiswachstum – Tipps für aufschlussreiche Kennziffern und gezielten Strukturausbau

Shownotes

Im Praxiswachstum gerät das systematische "Mitwachsenlassen" der Prophylaxeleistungen oft aus dem Blick. Was schade ist, denn damit bleiben wichtige Benefits liegen – sowohl hinsichtlich der Zahngesundheit von großen und kleinen Patienten als auch unternehmerisch: Prophylaxeleistungen sind weitgehend delegierbar, vergleichsweise schlank in der Organisation, außerdem hochfrequent wiederkehrend. In ihrem Strukturierungspotenzial liegen daher äußerst verlässliche und attraktive Deckungsbeiträge.

In dieser Solo-Folge zeigt Maike Klapdor, wo in der Prophylaxe konkret die Potenziale schlummern, und wie sich diese im Wachstumskontext beziffern, heben und steuern lassen. Wo liegen die typischen Ursachen für Unterperformance? Welche Kennziffern bieten Orientierung? Was ist organisatorisch entscheidend für mehr Struktur und Effizienz? Wie gelingt der Ausbau mit System – von der Zielstellung über Leitlinien bis zur Teamleitung? Und was haben Wurstzipfel und clevere Terminierung miteinander zu tun?

Analytische Insights und eine ordentliche Portion Quick-Tipps erwarten Euch in dieser Folge.

Hinweis: Mit dieser Folge verabschiedet sich unser Podcast in die Weihnachtspause. Die nächste neue Folge erscheint am 07.01.2026. Wir bedanken uns bei allen treuen Hörerinnen und Hörern für ein fulminantes erstes Podcast-Jahr, wünschen frohe Festtage und freuen uns auf ein Wiederhören im neuen Jahr.


Shownotes:

Alles zu unserer fundierten Ausbildung für die operative Praxisleitung gibt es hier: IHK-Zertifikatslehrgang Praxisleitung

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Transkript anzeigen

00:00:08: Herzlich willkommen bei Dental Spirits, dem Podcast für alle, die sich für gesundes Praxiswachstum interessieren.

00:00:13: Dieser Podcast bietet dir Inspiration und ganz konkrete Tipps für die komplexen Herausforderungen der wachsenden Zahnarztpraxis.

00:00:21: Mein Name ist Maike Klapdor und heute gibt es von mir einige Impulse zur Performance-Steuerung in der Prophylaxe-Abteilung.

00:00:29: Wir sind ja nun der Podcast für gesundes Praxiswachstum und zum gesunden Praxiswachstum gehört natürlich auch eine entsprechende Steuerung, Führung der Prophylaxeabteilung.

00:00:40: Wer uns länger kennt, weiß, dass wir mit Know-how aus 23 Jahren spezialisierter Beratung unterwegs sind, spezialisiert für Zahnarztpraxen, dort wiederum spezialisiert für Wachstumsprojekte.

00:00:51: Dies ganze Know-how haben wir seit 2020 in unserem Academy-Betrieb gebündelt, also in spezialisierten Lehrgängen für alle Leitungspositionen, die es in der Zahnarztpraxis so gibt.

00:01:02: Dies erzähle ich jetzt, damit ihr einschätzen könnt, woher so dieses Know-how kommt und woher auch die Impulse kommen, die ich auch zum Beispiel in dieser Folge verarbeite.

00:01:11: Also wir sind einfach aufgrund dieser Historie in einigen verschiedenen operativen Themen sehr tief drin.

00:01:17: So, zur Prophylaxeabteilung.

00:01:18: Also wir sehen in unserer Arbeit immer wieder, dass in den Praxen die Potenziale der Prophylaxeleistungen oft nur unzureichend gesehen werden und auch, infolgedessen, auch oft nicht systematisch entwickelt werden.

00:01:30: Und – das ist aus verschiedenen Gründen schade.

00:01:33: Für mich jedenfalls der Anlass gewesen, heute einen spezialisierten Podcast aufzunehmen

00:01:38: mit einigen Hinweisen, ganz konkreten Hinweisen... Einleitend dazu nochmal:

00:01:42: Wir gehen ja immer aus auch vom Patientenblick.

00:01:45: Das halten wir jetzt hier in unserer Grundhaltung für sehr entscheidend.

00:01:48: Was will der Patient?

00:01:49: Was will die Patientin?

00:01:51: Sie möchten schon vorausschauende präventive Zahnheilkunde.

00:01:54: Sie möchten das Implantat nicht.

00:01:56: Sie möchten die Brücke nicht.

00:01:57: Sie möchten auch idealerweise den Defekt am Zahn nicht.

00:02:02: Wir haben natürlich schon in der Zahnheilkunde die verschiedensten Spezialisierungen, die alle auch ihre Berechtigung haben.

00:02:09: Erstmal so ganz am Beginn der ganzen Zahnheilkunde oder häufig habe ich es auch gehört so als Zentrum der ganzen Zahnheilkunde, ist einfach die Prophylaxe mittendrin und hat eine absolut relevante Rolle.

00:02:21: Es spricht auch unternehmerisch und therapiekonzeptionell sehr viel dafür, die Prophylaxe-Leistung in den Fokus zu nehmen, was viele von euch ja auch schon so machen.

00:02:32: Und woran kann man jetzt erkennen, wo man da selber so steht, wo die eigene Praxis so steht?

00:02:37: Dazu möchte ich euch mal direkt eine Kennziffer anbieten.

00:02:40: Ihr wisst, wir gucken ganzheitlich in unserer Academy und deswegen... machen wir immer ganz gerne mal auch die Dinge dort greifbar, messbar, wo es möglich ist.

00:02:49: Wir haben in der Prophylaxe sehr viele Möglichkeiten, das werden wir im Laufe des Podcasts auch noch sehen.

00:02:54: Jedenfalls so der Schnellcheck ist, rechnet mal aus, wie die Relation ist zwischen zahnärztlichen Behandlungsstunden pro Woche und Prophylaxestunden pro Woche.

00:03:05: Wir empfehlen einen Korridor von ungefähr 0,8 bis 1,3.

00:03:09: Also wer hundert zahnärztliche Stunden hat und achtzig Prophylaxe-Stunden, hätte diese 0,8.

00:03:16: Wer 100 zahnärztliche Behandlungsstunden hat und 130 Prophylaxe-Stunden, hätte diese 1,3.

00:03:22: Das soweit zur zum Verständnis der Kennziffer.

00:03:26: So, daraus folgt, wenn eure Zahnarztpraxis im Wachstum ist und ihr einen neuen Zahnarzt oder eine neue Zahnärztin einstellt,

00:03:33: denkt bitte sofort auch vorausschauend an die entsprechende Einstellung der Prophylaxekraft.

00:03:39: An die Assistenz denkt man immer relativ schnell und die Prophylaxekraft, so ist unsere Erfahrung, wird häufig vergessen oder kommt stark verzögert oder ist irgendwie nicht so richtig auf dem Radar.

00:03:51: Wir machen ja auch häufiger BWL-Projekte, BWL-Checks, fragen sowas auch in unseren Leitungslehrgängen immer mal wieder strukturiert ab.

00:03:58: Und, es ist so, dass wir teilweise Relationen sehen von 0,4 oder 0,6.

00:04:04: Also wirklich Praxen, die starke gewachsen sind

00:04:07: und wo der Prophylaxe-Bereich komplett hinterherhängt.

00:04:10: Und da darf man natürlich ins Detail gehen.

00:04:12: Also die eine pauschale Antwort, was ist jetzt die für meine Praxis passende Relation, die kann ich euch hier nicht anbieten.

00:04:20: Worauf ich nur hinweisen möchte, ist, dass die Tendenz in den Praxen ist, dass die Prophylaxe-Abteilungen... verzögert wachsen oder auch häufig auf einem Niveau stehen bleiben,

00:04:30: ja, das einfach schade ist.

00:04:31: Und wenn dann so darüber nachgedacht wird, warum haben wir denn hier keinen Platz für die PZR?

00:04:36: Warum haben wir denn einen Terminvorlauf von acht Monaten?

00:04:39: Und ein Terminvorlauf von acht Monaten ist einfach für alle Beteiligten unbefriedigend.

00:04:44: Jedenfalls.

00:04:45: Ich nehme jetzt mal die unternehmerische Perspektive ein.

00:04:49: Unabhängig davon, dass es auch für die Patienten natürlich viele Nachteile hat,

00:04:54: wenn sie acht Monate auf ihren Termin warten müssen, ist es auch für euch als Praxislenker

00:04:59: schade, dass ihr diesen wirklich interessanten Leistungsbereich, der im Grunde nur Vorteile hat für alle Beteiligten, in seinen Möglichkeiten nicht systematisch ausschöpft.

00:05:11: Die Zahnarztpraxis kann je nachdem, wie sie aufgebaut ist, rund 22 bis rund 30 Prozent der Gesamthonorare in der Prophylaxeabteilung generieren.

00:05:22: Und das ist natürlich hoch elegant.

00:05:24: Es gibt eine Vorsorgeleistung.

00:05:26: Ihr selbst müsst als Zahnärzte in die Leistungserbringung nicht tief einsteigen.

00:05:31: Natürlich klar, die Null-Eins dazu und so, das ist schon logisch.

00:05:35: Gleichzeitig, die Hauptleistung wird erbracht, delegiert von einer spezialisierten Mitarbeiterin, spezialisiertem Mitarbeiter.

00:05:42: Und es summiert sich zu einem sehr interessanten Honorarvolumen,

00:05:46: jetzt für den Gesamtpraxisblick.

00:05:49: Darüber hinaus ist auch organisatorisch das Ganze sehr schlank.

00:05:53: Also es wird ja, Prophylaxeleistungen werden in einem Zimmer linear hintereinander terminiert.

00:05:59: Es gibt keine Assistenz, also das ist schon im Vergleich zur zahnherzlichen Leistungserbringung sehr ressourcenarm, sehr schlank.

00:06:07: Ihr habt keine große Variabilität in der Leistungserbringung, das heißt Prophylaxeleistungen sind schon auch für Verwaltung, für Abrechnung

00:06:17: kein Hexenwerk, das läuft völlig glatt durch.

00:06:19: Ihr seid also in der Lage, in dieser Struktur über organisatorische Brillanz und über gutes Management wirklich Erfolge, auch Effizienzerfolge, sehr gut zu organisieren.

00:06:31: Diese vielen Vorteile liegen absolut auf der Hand.

00:06:34: Gleichzeitig sehen wir eben immer wieder, dass die Prophylaxeabteilung in sehr vielen Praxen unter ihren Möglichkeiten bleiben.

00:06:41: Da haben wir uns schon im Team hier bei uns die Frage gestellt, immer wieder, woran liegt es?

00:06:46: Und die typischen Antworten, denke ich, liegen auch auf der Hand.

00:06:50: Es ist oft ... eine Zimmernot, also die Praxis hat zu wenige Zimmer und dann wird eher die vorhandene Zimmerkapazität für die ärztliche Behandlung prioritär benutzt.

00:07:00: Es ist keine Zielstellung formuliert für die Prophylaxe-Abteilung, also man lässt einfach so laufen, ohne tatsächlich da Management und Steuerung draufliegen zu haben.

00:07:10: Dann ist es oft so, dass die Prophylaxeleistungen bei einigen zahnärztlichen Behandlern irgendwie nicht so richtig auf dem Schirm sind.

00:07:17: Vielleicht gibt es auch keine entsprechenden Leitlinien,

00:07:21: ist auch der therapeutische Blick etwas verengt, sodass die Prophylaxe gar nicht wirklich empfohlen wird, zumindest nicht strukturiert im Behandlungskonzept verankert ist.

00:07:34: Manchmal gibt es auch einfach keine Festlegungen.

00:07:36: Was passiert jetzt mit einem PSI-Status?

00:07:39: Wie wird er erhoben?

00:07:40: Von wem wird er erhoben?

00:07:41: Wie wird der Befund mit den Patienten kommuniziert?

00:07:44: Überhaupt sind vielleicht auch die Kommunikations- und Sprachregelungen rund um die Prophylaxe gar nicht weiter strukturiert oder festgelegt.

00:07:53: Also wer erläutert die Leistung wie, an welcher Stelle, das ist auch ein Grund, der häufiger vorkommt, und der dazu führt, dass Prophylaxeleistungen durchfallen.

00:08:02: Manchmal ist es tatsächlich auch so, dass die Qualität der Leistungserbringung, also der Qualifizierungsstand bei Prophylaxespezialisten, -spezialistinnen reicht nicht:

00:08:13: Ja, ich bring's mal auf den Punkt, die Behandlung tut weh.

00:08:15: Das gibt's auch, das kann man dann mal rausfinden, wenn sich Patienten einfach nicht binden lassen auf einem bestimmten Platz.

00:08:22: Ja, Hinderungsgrund für das Nichtwachsen der Behandlungskapazitäten ist natürlich auch häufiger, dass einfach keine ZMP gefunden wird.

00:08:29: Dazu nochmal die Ergänzung, manchmal wird die ZMP nicht so intensiv und fokussiert gesucht, wie man einen Zahnarzt oder eine Zahnärztin suchen würde.

00:08:37: Das ist schon meine Beobachtung, sage ich eben jetzt deshalb, weil auf die Aussage, "wir finden einfach keine"

00:08:42: doch auch manchmal,die Erkenntnis ist, dass kein Vollgas oder auch kein System

00:08:46: dahinter ist.

00:08:47: Gleichzeitig ist es eben auch manchmal so, dass man wirklich einfach keine findet.

00:08:50: Das ist ja auch dieses Phänomen von Stadt und Land:

00:08:54: In Hamburg oder Berlin findet man sehr schnell Zahnärzte, Zahnärztinnen.

00:08:59: Die ZFA, die ZMP ist totale Mangelware und in Rotenburg (Wümme) oder in anderen Kleinstädten ist es dann genau anders herum.

00:09:09: Ja, es gibt noch jede Menge Gründe mehr, dies nun mal so als kleiner Ausflug in das, was dazu der Hintergrund sein kann.

00:09:16: So, mein Appell an dieser Stelle ist auf jeden Fall, dass die Prophylaxe-Abteilung eure Aufmerksamkeit verdient.

00:09:24: Und hier macht es auf jeden Fall Sinn, schon nochmal eine Prophylaxe-Offensive gegebenenfalls ins Auge zu fassen, zum Beispiel auch als Zielstellung für das kommende Jahr.

00:09:34: Also wirklich mit Zielen zu arbeiten und dabei hilft natürlich auch der Blick in die Daten und man kann den Prophylaxe-Bereich sehr schön datenbegleitet analysieren und aufbauen.

00:09:46: Ich skizziere mal kurz, wie sowas aussehen kann.

00:09:49: Hier ist zunächst mal eine therapeutische Kennziffer interessant.

00:09:52: Die Anzahl der UPTCs und 10-40 auf 100 behandelte Patienten pro Quartal.

00:09:59: Gegebenenfalls macht es auch Sinn, das separat zu erheben, wieviele UPTC, wieviele 10-40 auf 100 behandelte Patienten.

00:10:07: Und wenn ihr das mal so ausrechnen mögt, ich kann euch auch einen Benchmark dazu anbieten, also in einer Praxis mit einem üblichen Anteil von Kinderpatienten,

00:10:17: üblicher Anteil von Kinderpatienten in meist so 10 bis 15 Prozent, aber das jetzt nur am Rande.

00:10:22: Also mit einer üblichen Kinderdurchmischung liegt diese Kennziffer, wie viele UPTC und 10-40 auf 100 behandelte Patienten, bei 26 bis 55.

00:10:33: Das ist so das, was man in den Praxen sieht.

00:10:36: Die Praxen, die bei 26 liegen,

00:10:38: sind oft die, die mit der Relation, ich rückkoppele jetzt zu dem, was ich eingangs erläutert habe, von 0,6 oder 0,5 unterwegs sind, also einfach zu wenige Prophylaxe-Stunden pro Zahnarztstunde haben.

00:10:50: Und die Praxen, die auf 55 PZR pro 100 behandelte Patienten kommen, die haben einerseits die ausreichenden Behandlungskapazitäten in der Prophylaxe und haben andererseits auch die Zielstellung entsprechend gesetzt.

00:11:04: Die zweite Kennziffer, die hier wesentlich ist, ist der Honorarstundensatz bei den Prophylaxekräften.

00:11:11: Also die Frage, wie viel Honorar wird in einer Behandlungsstunde generiert.

00:11:17: Das Spektrum ist gewaltig, was man in den Praxen so sieht.

00:11:21: Es geht so von ungefähr 75 Euro bis ungefähr 150 Euro.

00:11:26: Und ich meine jetzt hier wirklich nicht die DH-Stundensätze, die sind hier rausgerechnet, sondern wirklich Prophylaxeleistungen.

00:11:33: Und auch hier ist es natürlich, wenn kein Fokus drauf liegt, dann ist die Gefahr, dass hier Effizienzen oder Möglichkeiten nicht gesehen werden, größer als wenn der Bereich systematisch gesteuert wird.

00:11:45: Aus unserer Beratungserfahrung kann ich euch sagen, dass es ungefähr ein bis anderthalb Jahre dauert, wenn man anfängt, hier systematisch mit Daten zu steuern, 

00:11:56: einen Durchschnittsstundensatz in der Prophylaxe – wohl bemerkt ohne DH-Leistung, also wir reden jetzt wirklich über Prophylaxeleistungen, keine von DH erbrachten Leistung das ist noch eine andere Kategorie –  

00:12:08: dass es schon sehr gut gelingt, von einem Durchschnittsstundensatz von zum Beispiel 90  Euro auf 120 Euro zu kommen.

00:12:15: Dazu sage ich gleich noch mal was, welche Maßnahmen dort hinführen.

00:12:19: Jedenfalls kann es sich sehr lohnen, den Prophylaxe-Bereich wirklich systematisch, unternehmerisch zu durchdenken, zu durchplanen und auch zu steuern.

00:12:28: So, wenn wir jetzt mal mit Stundesätzen konkret weiterrechnen:

00:12:31: Wir sind ja hier der Podcast für gesundes Praxiswachstum und da macht es immer Sinn auch in gewissen Skalierungs- Wirkungen zu rechnen.

00:12:39: Angenommen ihr habt fünf Prophylaxekräfte, die jeweils 32 Stunden am Patienten sind pro Woche:

00:12:45: 32 Stunden am Patienten bedeutet ungefähr 1.350 Stunden auf ein Jahr gerechnet.

00:12:53: Hier gilt die alte Formel, die wir ja immer wiederkehrend in unseren Podcasts auch nennen:

00:12:58: Ihr könnt immer so mit ungefähr 42 Anwesenheitswochen pro Jahr kalkulieren und daraus ergeben sich dann für 32 Stunden am Patienten pro Woche rund 1.350 Behandlungsstunden pro Jahr.

00:13:13: Und bei fünf Prophylaxekräften sind das dann 6.750 Stunden, 6.750 Stunden.

00:13:22: So, und jetzt mal der Unterschied im Honorastuntersatz.

00:13:25: Wenn die mit einem Durchschnittsstundensatz von 100 Euro erbracht werden, habt ihr in dieser Abteilung 675.000 Euro Honorarumsatz.

00:13:34: Wenn die mit einem Durchschnittsstundensatz von 120 Euro erbracht werden, was sich erstmal nicht viel anhören mag, 100 zu 120 Euro, aber dann sind es 810.000 Euro Honorarumsatz.

00:13:45: Also 675.000 Euro zu 810.000 Euro Honorarumsatz pro Jahr.

00:13:51: Das sind 135.000 Euro und das ist eben schon eine gewaltige Summe mit einer entsprechenden Gewinnwirksamkeit für die Gesamtpraxis.

00:14:00: So, die dritte wichtige Kennziffer für die Steuerung der Prophylaxeabteilung ist die Personalkostenquote, wirklich nur für das Prophylaxe-Team.

00:14:09: Dafür nehmt ihr dann die gesamten Personalkosten der Prophylaxebehandlerinnen inklusive Arbeitgebernebenkosten und setzt sie ins Verhältnis zu denen in dieser Abteilung auf den Behandlernummern generierten Honorare.

00:14:24: Also man handhabt das genauso wie man das auch im Zahnärzte-Team handhabt, wenn man dort die Personalkostenquote ermittelt.

00:14:31: Die Quote jetzt für die Prophylaxeabteilung sollte in der Mehrbehandlerpraxis bei maximal 30 Prozent liegen.

00:14:38: maximal 30 Prozent.

00:14:40: Manche Praxen liegen bei 27 Prozent, manche bei 28, auch wenn es mal 31 sind, ist das noch kein Drama.

00:14:47: Jedenfalls sind diese 30 Prozent ein sehr guter Richtwert.

00:14:51: Wer uns aufmerksam verfolgt, mag sich jetzt fragen, ja, warum darf denn diese Quote über der Personalkostenempfehlungsquote von angestellten Zahnärzten liegen?

00:14:59: Das möchte ich auch nochmal kurz beantworten:

00:15:00: Das liegt schlicht und ergreifend daran, dass die Prophylaxe weniger Ressourcen braucht.

00:15:04: Also ein Zimmer wird belegt, linear hintereinander.

00:15:08: Keine Assistenz während der Behandlung.

00:15:10: Wenig Varianz im Leistungsspektrum.

00:15:12: Deshalb im Vergleich zur zahnärztlichen Behandlung auch weniger Verwaltungsressource.

00:15:16: Das ist also die schlichte Antwort auf diese Frage.

00:15:20: So, jetzt wundert ihr euch vielleicht, warum ich noch gar nicht über den PZR-Preis gesprochen habe?

00:15:24: Dazu zwei Sachen:

00:15:26: In unseren Lehrgängen machen wir immer mal wieder Abfragen.

00:15:28: Und jetzt zuletzt, im November, war es so, dass es ein Spektrum war von so 120 bis 140 Euro, gesetzlich versichert der Patient voll bezahnt.

00:15:41: Das war so der Preis für die PZR, die auf eine Stunde terminiert ist.

00:15:47: Dazu nochmal ergänzend:

00:15:48: Natürlich spielt der Preis eine Rolle für den möglichen Stundensatz.

00:15:52: Das ist gar keine Frage.

00:15:54: Nur häufig wird der Effekt des Preises überschätzt und der Effekt der Terminierung unterschätzt.

00:16:01: Das heißt also wirklich No Show Quoten kleinhalten,

00:16:05: Wie viele PZR sind tatsächlich in der Arbeitszeit der Prophylaxespezialistin untergebracht

00:16:11: über die Woche? Gibt es da diese Wurstzipfel, diese halbe Stunde jeden Tag, die sich eben summiert über die ganze Woche,? Also an der Stelle ist tatsächlich Effizienzsteuerung

00:16:23: ein sehr großer Stellhebel, der in Summe manchmal mehr Effekt ausmachen kann als zehn Euro für die Prophylaxe mehr oder weniger.

00:16:33: Am Ende ist es natürlich die ideale Lösung, einerseits den Preis gut zusetzen und andererseits die Effizienzsteuerung damit zu kombinieren.

00:16:41: So, jetzt spreche ich einfach so von Wurstzipfel,

00:16:43: jetzt mag der eine oder andere von euch bestimmt denken, was meint sie denn damit?

00:16:46: Das ist schon so geläufig mittlerweile hier bei uns...

00:16:49: Also das ist der Begriff für die Viertelstunde hier, für die halbe Stunde dort, die erst mal jeden Tag irgendwie nicht wirklich auffallen, aber in Summe einfach riesige Behandlungsstunden ausmachen und die eben insofern auch euren Blick brauchen, wenn es um Effizienzsteuerung geht.

00:17:05: Ja, Wurstzipfel ist also der Sachverhalt, wenn die Wochenstunden zwei PZR mehr möglich machen würden, die Verteilung der Arbeitsstunden über die Woche und über die Zimmer aber nicht entsprechend ausgerichtet ist.

00:17:16: Da machen wir nochmal ganz kurz die BWL-Ableitung.

00:17:20: Zwei PZR, 240 Euro mehr pro Woche.

00:17:23: Bei fünf ZMP und den 42 Anwesenheitswochen reden wir über 50.000 Euro im Jahr.

00:17:32: Soweit

00:17:33: das Preisschild für den Wurstzipfel an dieser Stelle.

00:17:37: Worauf ist demm nun zu achten, wenn man die Potenziale, die ja überall dort liegen, ausschöpfen möchte?

00:17:42: Es ist natürlich zum einen erstmal die Bewusstheit, Prophylaxe ist Teamsport, also wirklich die gute Erbringung der Prophylaxeleistung, das braucht nicht nur die Spezialistin, die tatsächlich die 10-40g durchführt, sondern es braucht schon das Zusammenspiel aller Kräfte.

00:17:59: Das Zahnärzte-Team, das im Zimmer die Prophylaxeleistung auf dem Schirm hat, sie entsprechend auch empfiehlt, eventuell delegiert, dann aber auch wirklich kompetent verantwortungsdelegiert, an die Assistenz gegebenenfalls, die aufklärt für die Prophylaxeleistung.

00:18:16: Es sollte idealerweise so sein, dass der Patient, der aus der Terminkette rausgefallen ist, auffällt und dann natürlich auch remotiviert wird.

00:18:24: Es braucht die Rezeption, die umsichtig die Prophylaxe-Terminierung vornimmt, einerseits natürlich für jeden Patienten, der dafür in Frage kommt, dass Recall entsprechend organisiert hat, gegebenenfalls 01-PZR diese Koppelung gut umsetzt, andererseits auch plötzliche Terminabsagen kompetent handhabt,

00:18:43: wofür ja idealerweise auch ein entsprechender Prozessablauf in eurer Praxis definiert ist.

00:18:49: Und dann fragen wir in unseren Lehrgängen natürlich immer auch, wie es so ist mit Ausfallhonoraren:

00:18:53: Da haben wir im Laufe der Jahre festgestellt, dass mittlerweile die meisten Praxen Ausfallhonorare ansetzen.

00:19:00: Dann braucht es natürlich immer auch die Assistenz im Zimmer oder auch die Assistenz im Smalltalk, die nochmal die Empfehlung für die Prophylaxe verstärkt oder nochmal Nachfragen des Patienten beantwortet.

00:19:11: Und dann natürlich auch die Prophylaxe-Kraft, die die Behandlung durchführt auf eine Art und Weise, die dem Patienten maximal angenehm ist.

00:19:20: Ja, es zeigt sich, Prophylaxe ist echter Teamsport.

00:19:22: Eigentlich sind alle in der Praxis am Erfolg der Prophylaxe-Abteilung beteiligt.

00:19:27: Insofern mag es vielleicht auch nicht überraschen, dass wir davon überzeugt sind, dass die umsatzabhängige Vergütung von Prophylaxekräften einfach nicht plausibel ist.

00:19:36: So, jetzt hatte ich eben schon angedeutet, dass der Erfolg der Prophylaxeabteilung auch sehr gut organisierbar, managebar ist.

00:19:44: Bedeutet, dass Onboarding-Strukturen für die Prophylaxeabteilung, also wirklich das Einarbeiten neuer Prophylaxespezialisten in ein festgefügtes Konzep, in der wachsenden Praxis auf jeden Fall auch therapeutische Leitlinien, in denen die PZR und die IP-Leistungen und gegebenenfalls auch noch Leistungen drumherum klar verortet sind, und auch ihre Prozesszuordnungen bekommen.

00:20:13: Sehr klare Regeln für die Rezeption, wie terminiert wird. Immer sinnvoll ist es, im gesamten Zahnärzte-Team auch die Relevanz der Prophylaxeleistung ins Bewusstsein zu rücken, das natürlich über therapeutische Leitlinien abzusichern, gleichzeitig auch durchaus mal im Controlling einige Daten abzubilden, mit denen dann behandlerspezifisch die Empfehlung für die Prophylaxe nachverfolgt werden kann.

00:20:39: Ja, die Steuerung der Prophylaxe-Abteilung an sich, da macht es natürlich Sinn, ab einer bestimmten Teamgröße auch eine Teamleitung zu installieren.

00:20:48: Wir empfehlen so ab dem vierten, fünften Teammitglied mit einer Teamleitung zu arbeiten.

00:20:54: Damit wird gewährleistet, dass das Onboarding gut funktioniert, dass auch das soziale Andocken und der Austausch zu den fachlichen Details gut klappt, dass also insgesamt der Bereich rund und glatt läuft.

00:21:06: Jeder und jede, die ins Team kommen, haben eben ihre eigenen Erfahrungen, auch ihre eigene Handschrift.

00:21:10: Da braucht es immer am Anfang so Anpassungsprozesse, auch konstruktiven Austausch und natürlich viele Informationen, wie es in eurer Praxis so läuft, mit der Prophylaxe, mit der Terminierung, mit den einzelnen Behandlungsschritten, auch mit der Patientensteuerung

00:21:25: und so weiter.

00:21:26: Und da ist es so, dass die vorhandene, kompetente Teamleitung dafür sorgt, dass wenige Wochen nach Einstieg ins Team, und damit kommen wir zur Betriebswirtschaft, auch auf dem neuen Platz bereits Stundensätze erreicht werden, die an die der erfahrenen Mitarbeitenden heranreichen.

00:21:42: Natürlich empfiehlt es sich, die Teamleitung auch mit den Daten auszustatten, über die wir eben schon kurz gesprochen haben.

00:21:48: Führungskräfte sind einfach mit zentralen Kennziffern deutlich kraftvoller und können ihre Führungen auf ein ganz anderes Level heben.

00:21:55: Ja, wer macht die Teamleitung, um da den beliebten Annahmen direkt mal eine Antwort zu geben?

00:22:01: Nein, es muss nicht der oder die DH im Team sein, die die Teamleitung übernehmen, weil sie fachlich am höchsten ausgebildet sind.

00:22:08: Das ist ja dann immer so diese Wenn-Dann-Entscheidung.

00:22:12: Wir brauchen an dieser Stelle eine Person, die wirklich inneres Feuer hat für das Freisetzen der Potenziale der einzelnen Mitarbeiterinnen, die vor allem auch in der Lage ist, die Führungsaufgabe wirklich aus einer dem Team dienenden Perspektive heraus wahrzunehmen.

00:22:28: Und da empfiehlt es sich sehr genau hinzugucken und zu schauen, wer kann eben die Führungsaufgabe in ihrer gesamten Dimension fachlich gut abbilden.

00:22:38: Ja, die qualifizierte Teamleitung ist der zentrale Schlüssel dafür, dass der Bereich auch im Praxiswachstum seine Möglichkeiten ausschöpft, ohne dass ihr als Praxisinhaber, -inhaberin oder Praxisleitende noch mehr eigene operative Verantwortung übernehmen müsst.

00:22:53: Ja, mit diesen Details dann nun zurück zum großen Ganzen.

00:22:57: Zum gesunden Praxiswachstum gehört eben ganz klar nicht nur den zahnärztlichen Bereich wachsen zu lassen, in alle möglichen Richtungen und Spezialisierungen, sondern auch die Prophylaxe mit im Blick zu halten.

00:23:09: Ja, es kann faszinierend sein, was aus einer Prophylaxeabteilung entstehen kann, wenn sie wirklich Aufmerksamkeit bekommt und mit Fokus und System entwickelt wird.

00:23:18: Und ich kann es nur noch mal wiederholen, die Prophylaxeabteilung ist wirklich hoch elegant.

00:23:23: Die Vorteile für die Patienten, die Vorteile für die Praxis, alles läuft ideal ineinander.

00:23:29: So, wir kommen langsam zum Ende. Mit diesen sehr konkreten Empfehlungen rund um die Prophylaxe

00:23:34: in der wachsenden Zahnarztpraxis haben wir euch vielleicht Appetit gemacht auf einige Nachjustierungen im Konzept oder vielleicht sogar auch auf eine schöne Prophylaxeoffensive im nächsten Jahr.

00:23:44: Apropos neues Jahr: Weihnachten steht vor der Tür.

00:23:47: Und damit auch der Abschluss unseres ersten Podcastjahres.

00:23:52: Wir freuen uns riesig über euren ganzen vielen positiven Feedbacks auch über die beeindruckenden Streamingzahlen.

00:23:59: Es zeigt uns, dass wir schon zielführend, bereichernd unterwegs sind.

00:24:03: Wenn ihr darüber nachdenkt, die vielen Impulse, die wir euch dieses Jahr geboten haben, nochmal mit einem Lehrgang oder einer Qualifizierung zu vertiefen:

00:24:11: Unsere KlapdorKollegen Academy, die übrigens ab Mitte nächsten Jahres Dental Spirits Academy heißen wird, bietet verschiedene Lehrgänge und Individualformate für das gelingende gesunde Praxiswachstum an, für genau die Führungskräfte, die dieses gestalten.

00:24:26: Ja, dabei agieren wir immer auf tiefem inhaltlichen Fundament und mit dem Wissen, dass menschenorientierte Kultur

00:24:33: und attraktive Praxisrenditen die zwei Seiten derselben Medaille sind.

00:24:37: Das passt zusammen und unsere Methoden vermitteln euch, wie es zusammenpasst.

00:24:41: Also ruft gerne an, schreibt uns eine E-Mail oder bucht euch ein Informationsgespräch.

00:24:45: Wir sind gerne für euch da.

00:24:47: Ja, unser Podcast verabschiedet sich jetzt in die Weihnachtspause.

00:24:51: Am 07. Januar geht es wieder los.

00:24:53: An dieser Stelle auch noch mal einen herzlichen Dank an meinen lieben Kollegen Andrés Stappert für die viele Leidenschaft für unseren Podcast.

00:24:59: Und von mir der herzliches Dank für euer Dabeisein, für eure Zeit, für euer Zuhören.

00:25:03: Habt ganz wunderbare Festtage, Fröhlichkeit, viel Entspannung.

00:25:07: Bis bald, tschüss!

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