(028) „Betroffene zu Beteiligten machen“ – wirkmächtiges Erfolgsprinzip für Teamklima und Organisationseffizienz
Shownotes
„Betroffene zu Beteiligten machen“ – was in Change-Prozessen als zentrales Erfolgsprinzip gilt, erzeugt auch in der Leitung einer Zahnarztpraxis substanziellen Wert:
Mit systematischer Einbindung des Praxisteams in Entwicklungs- und Entscheidungsprozesse entstehen mehr Identifikation, mehr Initiative, produktivere Wirkungsketten und damit nachhaltigere Ergebnisse.
In dieser Folge sprechen Maike Klapdor und Jovita Bilajac über vielfältige Mehrwerte, die sich in der Zahnarztpraxis durch das gezielte Einbinden des Praxisteams entfalten können. Sie beleuchten typische Anwendungsfelder – von therapeutischen Abläufen bis zu Team-Benefits – und erläutern, woraus die hohe Wirkkraft des Prinzips "Betroffene zu Beteiligten machen" konkret entsteht. Gleichzeitig: Nicht jedes Thema ist ein Fall für die große Runde. Auch dazu gibt es Beispiele und Abgrenzungen.
Hört rein und erfahrt, wie Ihr durch Einbindung Eures Teams Zufriedenheit, Effizienz und Kultur befördert und gleichzeitig spürbare Entlastung auf der Leitungsebene erzeugt.
Shownotes:
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Transkript anzeigen
00:00:07: Herzlich willkommen bei Dental Spirits, dem Podcast für alle, die sich für gesundes Praxiswachstum interessieren.
00:00:13: Dieser Podcast bietet dir Inspiration und ganz konkrete Tipps für die komplexen Herausforderungen der wachsenden Zahnarztpraxis.
00:00:21: Mein Name ist Maike Klapdor und heute endlich mal wieder, liebe Jovita, machen wir ein Podcast zu zweit.
00:00:26: Herzlich willkommen.
00:00:27: Hallo Maike, schön, heute dabei zu sein.
00:00:30: Auch von mir herzlich willkommen.
00:00:31: Ja, wir beide sind heute dran an einem... Ganz speziellen Prinzip und ich steig da mal direkt ein.
00:00:38: Viele von euch machen das schon.
00:00:40: Da gibt es die neue Bewerberin und die ist dann zum Schnuppertag da und dann hat am Vortag jeder so einen Beobachtungsbogen bekommen und am Abend oder am nächsten Tag setzt man sich zusammen, tauscht die Beobachtung aus und entscheidet über das weitere mit dieser Bewerberin.
00:00:58: Das ist nichts anderes als Betroffene zu Beteiligten machen.
00:01:02: Und da haben wir, glaube ich, auch nochmal schnell weitere Beispiele, liebe Jovita.
00:01:05: Ja, ein anderes Beispiel dafür ist, dass es in euren Praxen Komitees oder Projektteams dafür gibt, die Weihnachtsfeier zu organisieren oder sich um das Sommer-Event zu kümmern oder die Geburtstage zu organisieren.
00:01:18: All das ist auch nichts anderes als Betroffene zu Beteiligten machen.
00:01:22: Ja, und hinter unserem Podcast gibt es ja eine Akademie.
00:01:26: Und es ist so, dass wir Jovita und ich uns im Masterstudium kennengelernt haben, wo wir Change Management gelernt haben.
00:01:34: Und eines der zentralen Prinzipien im Change Management ist Betroffene zu Beteiligten machen.
00:01:41: Auch für die wachsende Zahnarztpraxis ein riesiger Schatz, der sich dahinter verbirgt.
00:01:45: Deswegen schlüsseln wir das ganze Thema heute für euch ein bisschen auf.
00:01:49: Ja, wir sind jetzt mit zwei Beispielen gestartet und das Prinzip, das sich dahinter verbirgt, erläutern wir jetzt mal im Detail.
00:01:56: Genau, also wir binden unsere Leute mit ein.
00:02:00: Also wir geben ihnen eine Stimme, wir hören ihnen zu und wir machen die Themen gemeinsam mit ihnen greifbar.
00:02:07: Ja, warum macht man das?
00:02:08: Also man kann ja die Dinge wunderbar vom grünen Tisch auch selber entscheiden und jetzt auf einmal soll man Leute einbinden und mitreden lassen.
00:02:16: Das ist für die einen von euch wahrscheinlich völlig normal und die können sich das gar nicht anders vorstellen.
00:02:22: und für alle anderen kann es sein, was meine Praxis, warum lasse ich da wen mitreden.
00:02:27: Also es gibt da verschiedene Vorteile.
00:02:30: Einer ist verschiedene Perspektivenbereich an den Sachverhalt.
00:02:33: Wenn ich also beispielsweise die Teamleitung Rezeption mit einbinde in die Prozesse zur Neupatientenzuordnung, Patient ruft an und wie leitet man ihn wohin?
00:02:43: oder auch die Angestellten Zahnärzte mitsprechen lasse bei der Frage und um die therapeutischen Abläufe, wenn das neue OP-Mikroskop angeschafft wird, habe ich mehr Informationen, aus denen dann klügere Umsetzungsschritte entstehen.
00:02:57: Also ich habe einfach die verschiedenen Perspektiven, ich habe die Leute, die tatsächlich nachher im Alltag damit zu tun haben, mit an Bord in einer Phase, wo Prozessentscheidungen getroffen werden.
00:03:07: Und dieser Rundumblick ist ein zentraler Vorteil.
00:03:10: Ja, so das ist ein Aspekt, Jovita.
00:03:12: Und dann ist natürlich was, was entsteht bei den Menschen, die so befragt werden, integriert werden.
00:03:18: Also wenn ich integriert werde, dann spüre ich natürlich sofort Wertschätzung.
00:03:22: Also was gibt es Schöneres, als wenn meine Stimme gehört wird und wenn ich weiß, dass ich Teil der Praxis bin und dass meine Stimme auch Auswirkungen hat auf das, was wir hier tun.
00:03:31: Also die Wertschätzung ist unmittelbar da und die macht dann natürlich was mit den Menschen.
00:03:37: Zudem entsteht Identifikation.
00:03:40: Also ich sehe mich als Teil des Prozesses und bin deshalb auch an den Ergebnissen hinterher ganz anders dran und beteiligt.
00:03:47: Ja,
00:03:47: das ist so.
00:03:48: dieser dritte entscheidende Vorteil.
00:03:51: Menschen sich zusammenfinden, gemeinsam diskutieren, brainstormen.
00:03:54: Es ist aus allen Perspektiven miteinander beleuchten.
00:03:57: Jeder kann sich so einbringen.
00:03:59: Dann ist schon das Ergebnis.
00:04:01: Wie machen wir jetzt die Patientesteuerung rund um das neue Endomikroskop?
00:04:06: Die ist natürlich viel besser.
00:04:07: Der Prozess kann viel besser beschrieben und kleinteilig festgelegt werden, als wenn nur eine Person sich allein überlegt, wie es der ideale Weg ist.
00:04:14: Genau, und Widerstand baut sich.
00:04:17: gar nicht erst auf.
00:04:18: Also, so wie du gerade gesagt hast, wenn ich am grünen Tisch sitze und ich überlege mir was und präsentiere das der Praxis, dann ist es dem ein oder anderen vielleicht schon mal passiert, dass sofort Widerstand kam im Sinne von, das geht doch gar nicht, das können wir gar nicht machen, das klappt doch gar nicht.
00:04:32: Wenn ich Betroffene zu Beteiligten mache, dann nehme ich das diesem Momentum natürlich sofort, weil ich habe das Team integriert und zu sagen, das funktioniert ja gar nicht, das geht ja gar nicht, ist an der Stelle dann keine Möglichkeit mehr.
00:04:44: Ja, man sieht auch mal überlegt so.
00:04:46: Wir beoachten das ja oft, zum Beispiel, wenn neue PzR-Preise etabliert werden sollen.
00:04:52: Da hat sich eine oder eine überlegt, so jetzt kostet das nicht mehr hundert Euro, sondern hundertzwanzig.
00:04:57: Und dann kriege ich das so vor den Latz geknallt.
00:05:00: Und das ist natürlich was völlig anderes, wenn das in irgendeiner Mitteilung steht, womöglich noch schriftlich und gar nicht geredet wird oder wo es steht in irgendeinem... Infosheet in irgendeiner Kommunikationssoftware, ab ersten, ersten Hundert, zwanzig Euro statt Hundert.
00:05:15: Das ist ein Unterschied wie Tag und Nacht zu dem Vorgehen, wenn ich befragt werde.
00:05:19: Ja, ich darf dann mitreden.
00:05:20: Ich darf dann die Frage stellen im Workshop oder in einer Besprechung.
00:05:24: Wie läuft das denn mit den Patienten, die schon den Termin haben, aber vom neuen Preis ist noch nichts Wissen.
00:05:29: Und also das sind ja alles so Dinge, die für die Menschen, die mit den Patienten zu tun haben, wichtige Informationen sind und wo man dann auch sicherlich miteinander den besseren Weg ausarbeiten kann, als wenn sich eine Person das irgendwie überlegt und den anderen dann die Regeln mitteilt.
00:05:44: Ja.
00:05:44: Und wenn man so vorgeht, dann kann man sich auf jeden Fall auch sicher sein, dass der Umsetzungsprozess wesentlich glatter läuft.
00:05:52: Es wird alles klarer, also Widerstände haben wir gesagt, gibt es weniger.
00:05:56: Missverständnisse können gar nicht erst auftauchen, weil die vorher schon besprochen sind.
00:06:01: Jeder weiß, wie es jetzt zu dem Weg gekommen ist, warum der Prozess so ist, wie er ist und alle können gut integriert mitmachen.
00:06:09: Und auch die Aufgaben werden verteilt.
00:06:12: Das ist ja schon auch die Beobachtung, wenn man im Miteinander Sachverhalte bespricht und entwickelt, hat man anschließend natürlich immer Maßnahmenpläne und da braucht es die Beteiligung eines jedes Einzelnen.
00:06:24: Da ist dann die Bereitschaft tatsächlich zu beteiligen, Aufgaben zu übernehmen, auch in die Verantwortung zu gehen und dafür Ergebnisse zu sorgen.
00:06:33: deutlich größer, wenn man integriert war in die Entwicklung überhaupt in der ganzen Prozesskette.
00:06:39: Ja, damit sind die Ergebnisse planbarer und dann passiert ja auch auf Team-Ebene, Jovita, sowas Schönes, wenn sowas gemeinsam passiert.
00:06:48: Ja, es wird ein ganz anderer Team-Zusammenhalt erzeugt, also wenn man sich jetzt mal vorstellt, dass man gemeinsam was entwickelt und dann die Dinge umsetzt, das hat natürlich gute Auswirkungen aufs Team.
00:07:00: zu wissen, Mensch, das ist jetzt hier, das haben wir uns selber überlegt und das haben wir gemeinsam so gestaltet und das in die Umsetzung zu bringen und dann ist natürlich auch die, das dranbleiben ein ganz anderes, weil man das selbst gemeinsam entwickelt hat und man dann ja auch möchte, dass es klappt.
00:07:15: Genau, so, soweit zu dem Prinzip und ihr hört, wir haben schon einige Beispiele mal hier oder da einfließen lassen.
00:07:22: Wir wollen jetzt nochmal ein paar Beispiele mehr bieten für die Anwendung von Betroffene zu Beteiligten machen, sodass sich auch nochmal deutlicher zeigt, was das im Alltag genau bedeutet.
00:07:34: Ja, tatsächlich eines meiner Lieblingsbeispiele, wenn ich über dieses Prinzip Betroffene zu Beteiligten nachdenke, ist es, ich mal mit einem ja tatsächlich sehr aufgelösten Praxisinhaber gesprochen habe, der gesagt hat, du kannst dir das nicht vorstellen.
00:07:48: Ich habe eine geniale Weihnachtsfeier organisiert.
00:07:51: Ich habe meine Teammitglieder eingeladen zum Phantom der Oper.
00:07:54: Danach waren wir schön essen.
00:07:55: Es gab eine 5-Gäng- Menü und die haben sich überhaupt nicht gefreut.
00:07:59: Die fand es überhaupt nicht
00:08:01: gut
00:08:01: und er konnte es nicht verstehen.
00:08:04: Er hat sich wirklich viel Mühe gemacht.
00:08:06: Es war für ihn alles durchdacht.
00:08:08: Es war für ihn die perfekte Weihnachtsfeier.
00:08:10: Es war nur leider komplett an den Wünschen und an den Bedürfnissen des Teams vorbei.
00:08:15: Wenn er da ein bisschen früher angefangen wäre und hätte gesagt, Mensch, was wäre denn für euch eine tolle Weihnachtsfeier, dann wäre ihm die Enttäuschung geblieben und das Team hätte für sich eine andere Weihnachtsfeier geplant.
00:08:26: Ja, das ist ein absoluter Klassiker, auch ein super Beispiel.
00:08:30: Und viele machen es inzwischen ja auch schon so, dass sie ihre... Party-Projekt-Teams gebildet haben, sodass das gar nicht mehr passiert, dass man so daneben liegen kann.
00:08:39: Und das ist ja irgendwie auch so frustrierend.
00:08:41: Manchmal plant man so ein schönes Event und gibt da ja auch viel Geld für aus und es soll ja auch Wertschätzung ausdrücken und dann schlägt das Ganze nach hinten.
00:08:48: Also das ist ja schon auch böse.
00:08:49: Ja, an dieser Stelle.
00:08:50: Ja, ja, das war'n.
00:08:51: An dieser Stelle auf jeden Fall ein weiteres Beispiel.
00:08:53: Wir haben auch immer wieder, da wird dann das Fitnessstudio eingerichtet.
00:08:57: Es gibt die Jobbikes.
00:08:58: Und das gibt gute Ideen auch für Altersversorgung.
00:09:01: Also da wird aus der Brille von Praxisinhaber, Praxisinhaberin gedacht.
00:09:05: Man wird sportlich sein, man will hier Fitness unterstützen, man möchte, dass die Leute nicht mit wenig Rente im Alter sind.
00:09:12: Nur denen geht es oft gar nicht darum in dem Moment.
00:09:15: Mit Mitte zwanzig möchte man vielleicht einfach nur von zu Hause ausziehen können, möchte einen Urlaub sich leisten können, möchte die eigene Wohnung haben.
00:09:25: Ja und sich vielleicht im schlimmsten Fall gar nicht erklären müssen, warum man jetzt das Fitnessstudio nicht nutzt oder warum man die Mitgliedschaft nicht möchte.
00:09:32: Also auch sich da mal Gedanken zu machen, was das im Umkehrschluss bedeutet, wenn man ein Angebot gibt oder ich bereit will, ich gerne geben möchte und der Gegenüber das gar nicht nutzt.
00:09:43: Ein typisches Beispiel für gut gemeint und ja, dann nicht gut umgesetzt.
00:09:48: Ja, genau.
00:09:48: Also da immer fragen und sagen so, wir möchten euch hier was Gutes tun.
00:09:54: Was ist denn das Gute, was ihr möchtet?
00:09:57: Ja, die Benefits, die die Praxis gerne geben möchte.
00:10:01: Das ist schon ganz gut, wenn da ein Diskussionsprozess auch zu gestaltet wird.
00:10:05: Dann ein ganz sensibles Thema in den Praxen.
00:10:08: Das sind diese Randzeiten am Freitagnachmittag.
00:10:11: Wir beobachten ganz oft, dass es schwierig ist, diese Zeiten zu besetzen.
00:10:15: Manchmal mit Zahnärzten, Zahnärztinnen, oft auch mit Assistenzen, also dieser Freitagnachmittag, der wird in der wachsenden Zahnarztpraxis gebraucht.
00:10:24: Also wenn wir schon die Samstagsarbeit natürlich aus Gründen, man will für mittelbeitende Attraktiv sein, auch teilweise schon gestrichen sehen und das teilweise auch Gründe hat.
00:10:36: So ist es doch wichtig, Montag bis Freitag Vollgas zu geben und in der großen Struktur wird dieser Freitag schon auch gebraucht.
00:10:46: Und dann ist man in diesem Fragenfeld, wer ist denn da am Freitagnachmittag überhaupt noch da?
00:10:52: Da empfiehlt sich auf jeden Fall auch mal Betroffene zu Beteiligten zu machen.
00:10:57: Also wirklich mit den Menschen in der größeren Praxis, mit den Teamleitungen.
00:11:03: zusammen nicht mit dem gesamten Team natürlich, das Thema der Wirtschaftlichkeit zu erklären und gemeinsam zu überlegen, wie kriegen wir das hin?
00:11:11: Wie schaffen wir das, dass wir hier wirklich auch die Zeiten, wo die Menschen nicht so gerne arbeiten, wo eigentlich alle auch nicht so gerne arbeiten, trotzdem besetzt bekommen?
00:11:21: Genau, Mike, und hast du gerade gesagt, dass... nicht mit allen Leuten zu besprechen, sondern zum Beispiel nur mit den Teamleitungen.
00:11:28: Und wenn dann ein Weg gefunden wurde oder wenn den Teamleitung klar ist, die Wirtschaftlichkeit braucht es und wir können den Freitag Nachmittag, weil da keiner gerne arbeiten möchte, nicht einfach so schließen, dann ist das tatsächlich auch ein Projekt, was man dann ins Assistensteam.
00:11:44: geben kann, weil die sind dann ja auch die, die am Ende dann Freitagsnachmittags dastehen, bis es ist um die Uhr und dann auch die die Lösung dafür entwickeln.
00:11:55: Und das haben wir immer mal wieder das Teamleitung vor dieser Herausforderung stehen und da sind natürlich auch gewisse Ängste mit verbunden zu sagen oder die wissen, dass keiner arbeiten möchte, aber dann zu sagen so, die Praxis ist geöffnet, wir haben auf bis XY Uhr und wir kriegen das jetzt gemeinsam hin.
00:12:13: Wenn das dann gemacht wird, da gibt es auch ganz tolle Erlebnisse, dass es dann am Ende klappt.
00:12:18: Also da das Vertrauen auch in das Team zu geben und zu sagen, wie kriegen wir es hin und wenn alle gemeinsam überlegen und jeder ein bisschen rauskommt aus seinem Idealbild natürlich freitags dann und dann Feierabend zu haben.
00:12:31: Aber wenn das aufgeteilt wird und wenn es gemeinsam besprochen wird, kann das gelingen und man bekommt es hin.
00:12:37: Manchmal sind das auch verblüffende Lösungen.
00:12:40: Also ich erinnere mich daran, dass ich mir fehlt jetzt das konkrete Beispiel, aber wo im Grunde das Ziel klar war und der Weg zum Ziel hatte dann andere Einzelmaßnahmen.
00:12:49: Genau, Birgit.
00:12:49: Tünsmann, unsere frühe Kollegin, genau, die hatte das erzählt aus ihrer Praxis und dann sagt sie, ja, aber dann kam das dabei raus, was wir haben wollten und das war dann ja auch okay, war irgendwie ein Rezeptionsthema.
00:12:59: Ganz interessant und die Freiheit darf man dann natürlich auch reinlassen und genau dieses wird vom Team dann auch geschätzt.
00:13:06: Wenn Beteiligung stattfindet, wenn ein Austausch stattfindet und das Team ist da demokratisch dann auch einer weiß genau, wie es was haben möchte, dann dürfen wir als Praxisleitende das durchaus auch dann so laufen lassen und gut heißen und dem Ganzen auch die Chance geben.
00:13:23: Ja.
00:13:24: Ja,
00:13:24: genau.
00:13:25: Vertrauen in den Moment und Vertrauen in den Prozess.
00:13:28: Und auch Vertrauen ins Team und an die Ideen, die da kommen.
00:13:31: Ja.
00:13:32: So, ein weiteres Beispiel auf jeden Fall.
00:13:34: Wenn es um neue digitale Systeme geht, Neues, Röntgen, Recall soll an das stattfinden.
00:13:41: Vielleicht gibt es einen DVT, wo jetzt die Leistungen sich verändern oder man will Linertherapien etablieren oder ähnliches.
00:13:48: Also da jetzt direkt mit einer bereichsebergreifenden Gruppe zu überlegen, was bedeutet das für uns?
00:13:56: Was ist da los an den Schnittstellen zwischen Rezeption und Zimmer und Assistenz?
00:14:01: Wie setzen wir jetzt den Prozess um, also da die Menschen zusammenzubringen und jeden aus seiner Perspektive mitdenken zu lassen, an dieser neuen Prozesskette, an deren Ende dann der DVT erfolgreich etabliert ist und das Recall-System gut funktioniert im neuen Modus oder eben?
00:14:20: die Terminierungssoftware etabliert wurde.
00:14:23: Das sind ganz praktische Beispiele, wo man erhebliche Unterschiede erleben kann, mit dem Prinzip Betroffene zu Beteiligten
00:14:31: machen.
00:14:32: Ja, Maike, wie ist das denn?
00:14:33: Beteiligen wir immer alle im Team an allen Entscheidungen?
00:14:38: Ja, ich denke, es kommt ja darauf an, worum es geht.
00:14:41: Also wir wissen ja, in der Terminierung wird die Produktivität der Praxis entscheidend gesteuert.
00:14:45: und wenn ich immer wieder Situationen vorfinde, sechzig Minuten sind eingetragen, Behandler ist nach dreißig Minuten fertig, klammeraufwirtschaftliche Vollkatastrophe, klammer zu, dann würde ich das schon erst mal in der kleineren Runde anschauen, was ist denn da konkret los?
00:14:59: und dann das Thema so zuschneiden, dass dann die Team-Rezeption unter Umständen, auch noch eine Verwaltungsteamleitung, wie auch immer, sich zusammenfinden, unter Umständen auch das Team-Rezeption komplett mit einer Person aus der Praxisleitung.
00:15:17: Das sieht man dann, also tendenziell nicht zu viele Personen auf jeden Fall.
00:15:22: Und darauf achten, dass der Austausch in einer konstruktiven, positiven Atmosphäre stattfindet, dass Man sich natürlich nicht zu lange im Problem-Lösungstalk aufhält, sondern dass schon eine Moderation stattfindet, die auf Lösungen und auf Beteiligung und auch dann Überleitung in konkrete Maßnahmen fokussiert.
00:15:43: Damit wird dann das Ganze handhabbar und umsetzbar.
00:15:47: Ja, im Team fühlen sich eben auch oft Menschen durch beschlossene Arbeitsanweisungen über Gang.
00:15:53: Das wird sowas wie von oben empfunden.
00:15:55: Das wird mir jetzt vorgesetzt und ich muss das jetzt machen.
00:15:58: Und das ist natürlich nicht gut für das Gefühl, was damit erzeugt wird.
00:16:02: Und wir wollen natürlich auch eine Kultur haben, wo die Menschen initiativ sind, wo sie Lust haben, Verantwortung zu übernehmen.
00:16:09: Und auch das können wir schon befördern, indem wir mit diesem Prinzip Betroffene zu beteiligten.
00:16:14: Auch teilweise im Kleinen agieren.
00:16:16: Das kann zum Beispiel sein rund um die Materialbestellung.
00:16:19: Man sieht es ja immer wieder, dass in Praxen auf einmal riesige Lager anwachsen und ja, habe ich neulich erlebt, Zehntausend Euro auf einmal für bestellte Implantate.
00:16:28: war gut gemeint, war aber mit keinem abgesprochen.
00:16:30: Also hier greift auch direkt das wirtschaftliche rein, also wo Dinge rund um Materialbestellungen, rund um den Stereo-Prozess, den Ablauf im Auffachraum, also wo kleine Bereiche, wo festgestellt wird, da läuft es noch nicht so richtig rund, dann auch eben im Zusammensein mit denen, die daran beteiligt werden.
00:16:50: beobachtet werden, was nimmt man wahr, was sind die jeweiligen Störgefühle, die da entstanden sind, wer sieht es wie und dass dann aus diesem Brainstorming klare Nachjustierungen im Ablaufprozess entstehen.
00:17:05: Im Ergebnis haben wir damit dann nicht mehr das über Abweichung von irgendwelchen Vorgaben reden, sondern eben eine gemeinsame Verantwortung entsteht für klare Standards.
00:17:15: Und das hat für die Praxis gerade im Wachstum natürlich extreme Vorteile.
00:17:20: Wenn wir hier nochmal an unseren gerne zitierten Satz, liebe Jovita, Geld wird in der Routine verdient.
00:17:25: Ja, Rückkoppeln, dann zeigt sich da auch sehr schnell, wie jetzt dieses Prinzip dann auch einen wirtschaftlichen Faktor erzeugen kann.
00:17:35: Ja, apropos Wirtschaftlichkeit, auch da werden ja häufig von der Praxisleitung am grünen Tisch irgendwelche Zielwerte geplant.
00:17:43: Auch an der Stelle empfehlen wir natürlich... Betroffene zu beteiligten, zu machen.
00:17:48: der Prophylaxe-Umsatz beispielsweise die Auslastung, die im Stundensätze.
00:17:53: Und diese ganzen Dinge, die können im Miteinander mit der Prophylaxe-Teamleitung und eventuell auch dem gesamten Prophylaxe-Team deutlich besser fundierter besprochen und dann auch auf eine realisierbare Ziellinie gebracht werden.
00:18:08: Also das erleben wir sowieso auch relativ oft an der Schnittstelle zwischen wirtschaftlicher Planung, Finanzplanung, und dem was dann tatsächlich passiert.
00:18:17: Also es wird manchmal zu wenig darüber nachgedacht, welche tatsächlich handlungsleitenden Maßnahmen aus den Zielen kommen können.
00:18:25: Und wenn hier auch mehr direkt mit den Leuten gesprochen wird, die dann die Behandlung am Patienten durchführen, dann ist diese Brücke dieser Transmissionsriemen wie unser Kollege André immer so gerne sagt.
00:18:38: Das ist ein wunderbares Wort.
00:18:39: Dieser Transmissionsriemen zwischen Planung und Realisierung ist damit deutlich.
00:18:45: realitätsnäher gesetzt.
00:18:47: Ja, das ist wahrscheinlich auch mit einem Punkt, warum dieses System einfach so so simpel wie wirksam ist.
00:18:54: Man darf sich ja immer wieder vor Augen führen, dass das Team die Realität des Alltags am besten kennt.
00:18:59: Ja, wir hatten ja im Studium auch so gewisse Aha-Effekte, Jovita, also das wird ja vermutlich auch so gegangen sein.
00:19:05: Also wir haben es ja da kennengelernt und Jovita und ich beide mit ripswirtschaftlichen Hintergrund haben dann beide die Sozialwissenschaften draufgelegt mit diesem Masterstudiengang und dann ist es für uns so gewesen, dass wir manche Dinge, die wir im Laufenden so beobachtet haben, also ich jetzt aus der langjährigen Beratung von Zahnarztpraxen und auf einmal habe ich das Theoriekonzept dahinter vermittelt bekommen und da war eine unmittelbare Plausibilität dann auch klar, also ganz, ganz spannend, was da so passiert, wenn das Theoriekonzept auf einmal die praktische jahrelange Erfahrung untermauert.
00:19:39: Ja, hier ist es auf jeden Fall auch so, wenn man die Menschen reinbringt und da miteinander auch die großen Ziele oder auch die kleinen Probleme bearbeitet, dass dann schon da andere Ergebnisse auf die lange Sicht rauskommen können.
00:19:53: So, bevor wir jetzt alle denken, es wäre das Allheilmittel für jedes Thema in der Praxis.
00:19:58: Stopp!
00:19:59: Betroffene zu Beteiligten machen funktioniert nicht an jeder Stelle und nicht für jedes Thema.
00:20:04: Richtig, also im Prinzip kann man sagen bei allen strategischen Fragen und alles, was so oft die Langfristigkeit ausgerichtet ist und alles, wo du als Praxisenhaber persönlich mit deinem Lebensmodell gefordert bist, wo es einfach darum geht, was du möchtest, wo es für dich perspektivisch weitergeht, das sind Fragen, die klärst du wenn zu Hause oder mit deinem Coach oder mit Freunden bekannten, aber nicht mit der Praxis, nicht mit deinem Team.
00:20:33: Genau, das jetzt zu diskutieren, gibt es jetzt noch einen zweiten Standort, unten dritten.
00:20:39: Oder gehen wir jetzt von sechs auf sechzehn Zimmer.
00:20:41: Das ist nichts für Betroffene zu Beteiligten machen.
00:20:44: Also da sind die Betroffenen.
00:20:46: dann, ja, der Lebenspartner, die Lebenspartnerin, die Bank.
00:20:51: Ja, vor allem der eigene Lebensplan, wie du gerade schon sagst, Jovita, das ist jetzt was zu einem persönlich passend darf.
00:20:58: Sonst landet das möglicherweise in einem Alltag, der einem selber gar nicht so entspricht und dann hat man einen wunderbar beteiligt, aber fühlt sich dann und es findet sich in so einer Rolle wieder, die gar nicht die Wunschrolle ist und gar nicht zu einem persönlich passt.
00:21:14: Also genau, diese strategischen großen Fragestellungen, die mit Lebensplan und viel Geld zu tun haben, die bieten sich auf jeden Fall nicht an für dieses Prinzip.
00:21:24: Genau.
00:21:24: Und was man natürlich auch mit dem Team nicht unmittelbar bespricht, sind sensible Personalentscheidungen.
00:21:30: Also, wenn ihr euch jetzt mit dem Gedanken rumtragt, euch von einer Mitarbeiterin, von einem Mitarbeiter zu trennen, das sind Entscheidungen, die ihr für euch trefft und da könnt ihr nicht Betroffene zu Beteiligten machen.
00:21:42: Das kann nach hinten losgehen.
00:21:44: Ja, dann geht die Praxis in eine MVZ-Struktur.
00:21:47: Wird sie GmbH oder nicht?
00:21:49: Gut, das denke ich, müssen wir hier nicht erklären.
00:21:51: Das ist nichts.
00:21:52: für die große Diskussion?
00:21:54: Genauso die Frage, gibt es eine Teamleitungsstruktur und wann ist der rechte Zeitpunkt?
00:21:59: Auch das entscheidet ihr nicht mit dem Team oder macht da die Betroffenen zu Beteiligten, sondern das könnt ihr maximal mit dem Praxismanagement klären, um da zu gucken, wie die weiteren Schritte sind.
00:22:10: Ja, dann gibt es diese typischen Situationen, die man vielleicht kennt.
00:22:14: Eine Kollegin schert immer wieder aus, aus den besprochenen Behandlungsleitlinien.
00:22:20: Es entstehen Überstunden immer wieder, die aber eigentlich entkeim haben, am individuellen Verhalten von ein oder zwei Personen.
00:22:30: Also manchmal neigt man dazu, Regeln aufbauen zu wollen und auch mit einer größeren Gruppe über Sachverhalte zu sprechen, die eigentlich in ihrer Wurzel nur am individuellen Verhalten von ein oder zwei Personen liegen.
00:22:44: An dieser Stelle brauchen wir nicht Betroffene zu Beteiligten machen in der großen Gründe.
00:22:48: An dieser Stelle ist Führung.
00:22:50: gefragt, eins zu eins Gespräche.
00:22:52: Und da ist manchmal die Scheu vor dem Konflikt oder vor dem anstrengenden Gespräch der Grund, warum man in einer größeren Runde was diskutiert, was aber eigentlich ein Einzelbesprech sein muss.
00:23:04: Ja, hier braucht es die Reflexion, was habe ich für Sachverhalt und was ist das passende Kommunikationsformat.
00:23:10: O-Bacht bitte vor Scheinbeteiligung.
00:23:12: Also, um das Beispiel vom Beginn nochmal aufzugreifen, wenn ihr für euch entschieden habt, dass die Prophylaxel jetzt statt hundert, hundertzwanzig Euro kosten soll, dann geht nicht in die Beteiligung so rein, dass ihr dem Team noch zur Diskussion stellt, welcher Preis die PZR bekommt, sondern legt eure Rahmendaten klar und besprecht dann mit dem Team, wie die Patienten-Kommunikation funktioniert.
00:23:37: So könnt ihr beteiligen.
00:23:38: Aber das Team merkt sofort, wenn ihr eine Scheinbeteiligung habt.
00:23:42: Also wenn ihr sagt so, das sollen wir jetzt mal hier gemeinsam diskutieren.
00:23:45: Aber für euch stehen einige Dinge schon fest.
00:23:49: Das funktioniert nicht.
00:23:50: Guckt, dass ihr da wirklich auch nur die Dinge zur Diskussion freigibt, für die ihr noch Ergebnis offen seid.
00:23:57: Ja, genau.
00:23:57: Wenn so was passiert, dann kann nämlich dieses schöne Prinzip nach hinten los schlagen und die Menschen fühlen sich am Ende auch vereimert und Vertrauen geht kaputt.
00:24:06: Also wirklich nur das.
00:24:08: in die große Runde bringen, was tatsächlich noch Ergebnis offen ist.
00:24:12: Gut, liebe Judith, damit kommen wir zum Ende unseres Podcasts und um dieses so wichtige Change-Prinzip.
00:24:19: Ein Aspekt ist mit dabei noch mal wichtig, diese Entlastungswirkung für euch selber.
00:24:23: In dem Moment, wo man so ein bisschen Kontrolle abgibt und auch Vertrauen hat in diesem Prozess, wo Menschen integriert werden, es wird leichter.
00:24:32: Also es ist schon so, da brauchen wir selber nicht mehr die späten Abendstunden oder die extra Meile am Sonntag, um irgendwelche kleinteiligen Regeln auszufomulieren, sondern es ist wirklich eine Entlastung für den eigenen Arbeitsplatz, für das eigene Zeitkonzept jetzt, für Praxisinhaberinnen und gleichzeitig das Bewusstsein, dass am Ende das bessere Ergebnis dabei rauskommt.
00:24:53: Und auch aus der Perspektive von Team- und Kulturentwicklung hat dieses Prinzip natürlich nur... Vorteile und die liegen alle auf der Hand.
00:25:01: In dem Moment, wo Betroffene zu Beteiligten gemacht werden, steigt natürlich das Verantwortungsbewusstsein und auch die Initiative.
00:25:08: Und das ist ja das, was wir uns als Praxisinhaber-Inhaberin alle so von unseren Mitarbeitenden wünschen.
00:25:14: Und das hat für euch und für die ganze Praxis langfristig erhebliche, kulturelle, positive Auswirkungen.
00:25:21: Ja, kann so der echte Booster sein für die Teamkultur und auch für, ja, Überwirkungsketten, wissen wir ja, die wirtschaftlichen Ergebnisse der Praxis-Zukunft.
00:25:31: Ja, und wenn schon länger folgt, der weiß, dass wir Methoden und Konzepte in die Breite tragen möchten, mit denen die menschenorientierte Kultur, die zukunftsorientierte Führung mit wirklich auch attraktiven Praxisrenditen zusammengehen.
00:25:44: Das sind eben die zwei Seiten derselben Medaille.
00:25:47: Und deshalb war Jovita und mir dieses Prinzip, Betroffene zu beteiligt machen, so sehr wichtig und wirklich einen ganzen Podcast wert.
00:25:56: Ja, wir würden uns freuen, wenn wir euch kräftig motiviert haben, mit diesem Prinzip in die Zukunft zu gehen.
00:26:02: Danke euch für eure Zeit, für euer Zuhören und freuen uns auf das nächste Mal.
00:26:06: Tschüss.
00:26:07: Danke, bis zum nächsten Mal.
00:26:09: Tschüss.
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