(031) 10 konkrete Tipps für den gesunden Wachstumsweg Eurer Zahnarztpraxis – Academy To Go
Shownotes
Praxiswachstum – ist das überhaupt das Richtige für mich? Und was ist genau zu beachten, damit nicht nur Verantwortung und eigene Arbeitslast steigen, sondern auch planbar genau das entsteht, was ich mir davon verspreche? Genau darum geht es in dieser Folge.
Maike Klapdor bündelt zehn zentrale Hinweise für die zielgerichtete Gestaltung von Praxiswachstum. Eigene Klarheit finden, Organisationsstrukturen entwickeln, systematisch therapeutische Leistungen und stabile Teams ausbauen, Effizienzen und Renditen steuern: Es erwartet Dich eine Folge, die Dir tiefe Orientierung bietet und mit zahlreichen Take-away Messages gespickt ist.
Shownotes:
Alles zu unserer fundierten Ausbildung für die operative Praxisleitung gibt es hier: IHK-Zertifikatslehrgang Praxisleitung
Zu unserem Lehrgang für (angehende) Teamleiterinnen und Teamleiter geht es hier entlang: IHK-Zertifikatslehrgang Teamleitung
Unseren Lehrgang für das Praxismanagement in der Mehrbehandlerpraxis findest Du hier: Speziallehrgang Praxismanagement
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Transkript anzeigen
00:00:07: Herzlich willkommen bei Dental Spirits, dem Podcast für alle, die sich für gesundes Praxiswachstum interessieren.
00:00:13: Dieser Podcast bietet dir Inspiration und ganz konkrete Tipps für die komplexen Herausforderungen der wachsenden Zahnarztpraxis.
00:00:21: Mein Name ist Maike Klapdor und wir sind ja hier der Podcast für gesunde Praxiswachstum.
00:00:25: Deswegen habe ich doch hin und wieder auch das Bedürfnis, euch einige konkrete Hinweise rund um gesundes Praxiswachstem zu geben.
00:00:33: Ja, so auch heute,
00:00:34: in 10 Punkten habe ich jetzt mal zusammengestellt, was uns als Academy wichtig ist –
00:00:39: was wir euch mitgeben wollen für eure Praxiswege.
00:00:44: Zunächst einmal, die Kunst im Praxiswachstum ist es, Investitionen in Räume, Einheiten, Zimmer, Gesamtkonzept zusammenzubringen mit Patienteninteressen, Interessen der Mitarbeitenden, also mit den menschlichen Interessen.
00:00:58: Und dabei natürlich angemessene Renditen zu erzeugen und idealerweise selber dabei nicht im Hamsterrad zu landen.
00:01:06: Also ihr hört schon das ist eine komplexe Herausforderung. Und wir bringen heute mal einige Aspekte dazu auf den Plan.
00:01:15: Bei dem Ganzen ist uns wichtig, und wir sind sehr werteorientiert, wer uns länger verfolgt wird das wahrscheinlich auch schon festgestellt haben, für uns es ist wichtig, dass Kultur, Teamkultur, Wertekultur gepflegt wird und gleichzeitig sind da natürlich die Notwendigkeiten des Betriebes der Unternehmertätigkeit.
00:01:33: Also dieser Zielkonflikt, der einer sein könnte, Kultur und am Ende auch Effizienz, weil Effizienz ist im Grunde die zentrale Stellschraube, um alles zusammenzubringen.
00:01:45: Hier geht es um die Kombination. Und das eine braucht das andere, wenn wir da mal kurz darauf eingehen.
00:01:51: Effizienz also Produktivität bedeutet, Abläufe so zu gestalten, dass Energie, Zeit, Ressourcen optimal genutzt werden.
00:02:01: Kultur beschreibt, wie wir miteinander umgehen, während wir das tun.
00:02:05: Also wenn Effizienz ohne Kultur gedacht wird, entstehen sterile Strukturen, die die Menschen erschöpfen, die die Leute nicht mitnehmen. Die seelenlos bleiben.
00:02:15: Wenn Kultur ohne Effizienz gelebt wird, dann haben wir alle gute Stimmung,
00:02:19: aber das Ganze ist ohne Wirkung und wirtschaftlich funktioniert es auch
00:02:22: nicht.
00:02:23: Also, die Kunst liegt darin in der wachsenden Zahnarztpraxis, Strukturen zu schaffen, die den Menschen Orientierung geben und die gleichzeitig Umgangsroutinen, auch Kommunikationsräume gestalten, in denen Verantwortung gelebt werden kann, Wertschätzung auch erkannt wird, indem wir alle Sinnstiftung erleben – also das in Kombination. Und daraus entsteht nach unserer Überzeugung dann die wirklich nachhaltige, echte, gute, auch valide Zukunftsfähigkeit für Zahnarztpraxen.
00:02:55: So. Aus diesem ganz Großen jetzt einmal auf die sehr konkrete Ebene!
00:03:01: Ich habe den 10-Punkte-Plan versprochen und jetzt geht es auf den ersten Punkt: Kennt ganz genau Euren eigenen Motivator für das Praxiswachstum.
00:03:12: Also wisst idealerweise, welche Rolle ihr selber in der wachsenden Praxis ausfüllen möchtet.
00:03:18: Ist sie eher fachlich orientiert, kurativ, oder ist es eine Management- und Führungsrolle?
00:03:24: Was ist das in euch, das euch dazu bringt, diese große Praxis zu wollen, diese visionäre Kraft dafür auch einzustellen.
00:03:32: Also das ist ne Frage die braucht auf jeden Fall eine deutliche Antwort.
00:03:36: Damit in Verbindung steht auch, sich selber sehr gut zu kennen.
00:03:39: Wo liegen die eigenen Stärken?
00:03:41: Wobei wir wissen, da ist immer die Tücke, dass einem die eigenen Stärken gar nicht unbedingt selber so auffallen.
00:03:46: Da braucht man oft Spiegel von außen dann auch.
00:03:49: Na klar: Was treibt mich an?
00:03:51: Was was will ich hier?
00:03:52: Warum will ich die große Praxis?
00:03:54: Das ist eine ganz wichtige Frage die auch sehr unterschiedlich beantwortet wird.
00:03:58: Jedenfalls, diese Antworten zu finden, genau zu wissen, was ist das hier.
00:04:03: Daraus entsteht die Gesamtstrategie.
00:04:06: Daraus entsteht auch die Klarheit für die eigene Rolle, die so sehr wichtig ist und am Ende auch die Robustheit für das was dann kommt also Praxiswachstum.
00:04:17: Ihr kennt unser Wachstumsmodell.
00:04:19: Es gibt dieses Thema der Rüttelplatte:
00:04:21: Bis zu einer gewissen Größenordnung, die geht so ungefähr bis zum dritten Zahnarzt/Zahnärztin.
00:04:26: im Team, läuft die Praxis in der bekannten Erfolgslogik.
00:04:29: Ab dann wird es richtig unruhig.
00:04:32: Dann kommen Fragen auf: Braucht es eine Teamleitungsstruktur?
00:04:35: Was ist mit der eigenen Rolle?
00:04:36: Was sind die Management-Zeiten und so weiter?
00:04:38: Wer macht die ganze Steuerung des Systems?
00:04:41: Und das ist heute nicht der Fokus.
00:04:43: Das haben wir in anderen Folgen schon näher besprochen, hier nur ganz kurz.
00:04:48: Also: Bleibt diszipliniert in dieser Größe, die keine Teamleitungsstruktur braucht, oder geht kraftvoll drüber mit allem was dann dazu gehört.
00:04:56: Und das bedeutet eben Rüttelplatte, Lernfelder, Unruhe.
00:05:00: Das sind so, ja, zwei Jahre sind es wenigstens, um dann anschließend in der Praxisgröße zu sein, die mit wenigstens fünf Zahnärzten agiert, die Teamleitungsstrukturen natürlich etabliert hat, die vollständige Prophylaxe organisiert hat, wo dann die Rädchen wieder hervorragend ineinander laufen können, innerhalb der zukunftsfähigen Kultur.
00:05:20: Und das ist eine Größenordnung von, sagen wir mal so, wenigstens dreißig Personen.
00:05:26: Vollzeit-Teilzeit-Quote sage ich gleich nochmal was drüber.
00:05:29: Jedenfalls: Entweder diszipliniert bleiben in diesem kleineren Radius oder kraftvoll über diese Rüttelplatte hinaus und dann in die echte große Mehrbehandlerstruktur.
00:05:41: Die Rolle gut zu kennen, definiert zu haben,
00:05:43: dazu gehört auch der Fokus.
00:05:45: Also wenn jetzt gleichzeitig in dieser dynamischen Phase noch das Golf-Handicap substanziell verbessern soll oder die Familienplanung mit drei Kleinkindern dran ist, muss ich nicht weiter ausführen, das ist dann nicht unbedingt so ideal. Kann funktionieren.
00:05:59: Nur ein bisschen günstiger wäre es, wenn wirklich voller Fokus dann auf Praxiswachstum liegt in dieser Zeit. So, wo die eigenen Interessen auf jeden Fall schon mal gut eingerahmt und skizziert sind,
00:06:09: da kommen wir direkt zu meinem zweiten Hinweis.
00:06:12: Haltet bitte immer die Patienteninteressen auch im Fokus!
00:06:15: Es sind die Patienten, die die Einnahmen der Praxis generieren.
00:06:18: Es sind die Patientinnen, die dafür sorgen, dass das Geschäftsmodell, wenn man jetzt mal diesen unternehmerischen Begriff nehmen möchte, in Summe funktioniert. Und deswegen: Die Patienten-Interessen zu befolgen,
00:06:31: Im Kielwasser kann man attraktiv und erfolgreich tätig sein, könnte man meinen ist eine Selbstverständlichkeit,
00:06:38: leider beobachten wir in verschiedenen Praxen, dass da so ein bisschen ... dass der Fokus verloren wird.
00:06:43: Deshalb benenne ich das hier. Was bedeutet das jetzt konkret?
00:06:47: Also ihr braucht schon Regeln für das gesunde Praxiswachstum.
00:06:51: Zu der Frage wie läuft es mit der – im Synonym gesprochen – hauszahnärztlichen Versorgung, wenn das Patientenvolumen größer wird, wenn die Anzahl der Behandler steigt.
00:07:03: Dann passiert es oft, dass der einzelne Patient so seinen Bezugspunkt verliert, die Person zu der er oder sie Vertrauen hat und das braucht Organisation.
00:07:13: Also wirklich eine Frage, arbeitet man mit Stammbehandlern, wie werden die dann entsprechend in der Software gekennzeichnet?
00:07:19: Wie erfolgt die Überweisung der Patienten für einzelne Spezialistenbereiche – für die PA-Behandlung oder meinetwegen für das Implantat.
00:07:28: Also diese Dinge: Wie kommt der Patient dann wieder zurück?
00:07:31: Wer hat überhaupt den ganzen Blick auf die Zahngesundheit des Patienten, wer verfolgt ob die Prophylaxe wahrgenommen wird, wer erzeugt die Remotivation, wenn der Patient herausgekippt ist?
00:07:42: Also dieses alles braucht eine verantwortungsvolle zahnärztliche Hand. Und auch im Wachstum ist es wichtig, den Patienten weiterhin dieses Gefühl zu geben:
00:07:51: Wir kümmern uns um deine gesamte Zahlengesundheit – wir sind jetzt hier nicht nur eine Zusammenstellung von Spezialisten!
00:07:58: Wir sehen oft, wenn das ein bisschen aus dem Fugen gerät, dass eine Kennzahl auffällig wird und das ist die Anzahl der erbrachten Kontrolluntersuchungen. Sinnvollerweise erhebt man die mit wie viel 01 auf 100 behandelte Patienten pro Quartal werden erbracht. Und Praxen, die das Hausarztprinzip so ein bisschen verlieren,
00:08:19: die auch die Spezialexpertise der Kollegen stark in den Vordergrund rücken,
00:08:25: da passiert es öfter, dass diese Kennzahl auffällig wird, also runterrutscht.
00:08:29: Idealerweise bleibt sie bei wenigstens 65 01 auf 100 behandelte Patienten pro Quartal.
00:08:35: Alles darunter ist zu verfolgen und da kann man auch mal auf die einzelnen Behandlerplätze gucken, was da so los ist.
00:08:44: Natürlich auch immer zuständigkeitsspezifisch.
00:08:46: So, das ganz kurz der Ausflug in die konkrete Kennzahl an der Stelle. Und dann natürlich: die Prophylaxeleistung als Kern der gesamten Zahnheilkunde.
00:08:56: Wenn man überlegt, was wollen wir alle?
00:08:57: Was will der ganz normale Patient?
00:08:59: Der möchte idealerweise gar keinen großen Defekt an seinen Zähnen bekommen, möchte, dass alles schön ordentlich bleibt, will zur Kontrolluntersuchung dass möglichst nichts gefunden wird.
00:09:08: Kommt gerne zur Prophylaxe, zeigt den eigenen Beitrag daran, an der eigenen Zahngesundheit und darauf dürfen dann auch die zahnmedizinischen Konzepte ausgerichtet werden.
00:09:18: Wir sehen in den Praxen, dass oft zu viel ärztliche Behandlungs-Kapazität relativ zu wenig Prophylaxe-Kapazität gegenüber steht.
00:09:26: Deswegen haben wir dafür ja auch einen eigenen Podcast aufgenommen.
00:09:30: Den könnt ihr dann finden wenn ihr bei uns scrollt. Ja, und dann natürlich das Thema der einheitlichen Behandlungsleitlinien.
00:09:37: Auch diese helfen abzusichern, dass die Therapie im Sinne des Patienten stattfindet.
00:09:42: Dazu haben wir eine separate Folge aufgenommen mit Jochen Rosbach, das ist die Folge Nummer 029,
00:09:47: da kann man sich dann sehr genau anhören, wie sowas aufgebaut werden kann.
00:09:52: Damit komme ich zu meinem dritten Hinweis: Denkt in Behandler-Teams und nicht nur in einzelnen Zahnarztpersonen.
00:10:00: Wenn in Zahnärzten gedacht wird, was wir oft im Markt sehen, dann passiert es häufig, dass die notwendigen Assistenzen manchmal nicht gefunden werden, womöglich Einstellungsprozesse noch gar nicht gedacht werden.
00:10:11: Dass unter Umständen sogar auch vorhandene, schon im Team vorhandene Zahnärzte/Zahnärztinnen gar keine ausreichenden Assistenzressourcen haben, ist natürlich mit verschiedenen Schwierigkeiten verbunden.
00:10:23: Und es bleiben die Prophylaxepotenziale auch oft auf der Strecke, weil auf jede Zahnarztstunde sollte eine Prophylaxestunde kommen, so als grobe Richtschnur.
00:10:33: Und daraus ergibt sich, wenn Teams aufgebaut werden, ihr habt im Grunde immer direkt vier Einstellungen: also den Zahnarzt/die Zahnärztin, dann die Prophylaxekraft und ein oder zwei Assistenzen. Und direkt in Behandler-Teams zu denken im Aufbau, das ist wirklich eine ganz zentrale Empfehlung. Weil nur damit die Gewissheit da ist, dass ihr in der Balance bleiben könnt.
00:10:56: Also direkt die Behandlerteams vor Augen zu haben,
00:10:59: was dann also die vier Personen sind:
00:11:00: Zahnarzt, Prophylaxekraft, ein bis zwei Assistenzen.
00:11:04: Das führt dazu, dass wirklich auch das Therapiekonzept weiter durchgezogen werden kann und das auch für die präventive Zahnheilkunde, also im Grunde die Prophylaxe,
00:11:13: ausreichend Behandlungsressource mit anwächst. Bedeutet in der Konsequenz: Wenn ihr die Praxis wachsen lasst, braucht ihr schon auch die Gewissheit, dass ihr alle Berufsgruppen rekrutiert bekommt.
00:11:26: Und da wissen wir ja, dass die Stadt-Land Spezifika,
00:11:30: in der Stadt bekommt man tendenziell leichter den Zahnarzt/die Zahnärztin – auch nicht garantiert
00:11:35: nur die Tendenz – auf dem Land ist es manchmal umgekehrt und man findet eher die Assistenz; kann aber eben auch ganz anders sein.
00:11:40: Also ist regional einfach auch sehr unterschiedlich.
00:11:42: Wichtig hier jedenfalls: Gesundes Praxiswachstum bedingt einfach auch dass man die Leute rekrutieren bekommt. Und das ist überhaupt nicht einfacher geworden.
00:11:51: Dieses gilt es also auch dann sofort mitzudenken.
00:11:54: Ja, wir bleiben im Team!
00:11:56: Das ist mein vierter Hinweis:
00:11:57: Ihr braucht starke Kolleginnen und Kollegen und auch ausreichend Vollzeitkräfte für dieses dynamische Praxiswachstum, diese Phase der Rüttelplatte.
00:12:08: Wenn ihr als Praxisinhabende sehr genau wisst, was ihr wollt, das ist schon mal wichtig und gut... Und um euch herum braucht es ein Führungsteam, das das Wachstum trägt.
00:12:19: Das heißt Schlüsselpersonen für alles rund um Strukturausbau, für die Menschen- und Führungsprozesse, Onboardingkonzepte, Einarbeitungskonzepte, für all das, was den Arbeitsplatz auch menschlich zu einem attraktiven Ort macht.
00:12:34: Natürlich die Person für Strategie und Marketing, für Komplexitätsverständnis.
00:12:40: Das deckt ihr unter Umständen auch selber ab.
00:12:42: Dann braucht ihr die Menschen, die das mit euch zusammen umsetzen.
00:12:45: Der Tag hat nur 24 Stunden und man ist ja in der Regel auch schon dann mit der eigenen Behandlung am Patienten stark ausgelastet.
00:12:53: Und wenn es ein bisschen holpert mit dem gesunden Praxiswachstum, liegt es eben auch oft daran, dass die notwendigen Strukturen nicht ausgebaut werden.
00:13:01: Da braucht es dringend
00:13:02: die Person, die sich um die Azubis kümmert, es braucht auf jeden Fall eine leitende Hand rund um alle Abläufe in der Rezeption, damit das Terminmanagement auch ausreichend effizient bleibt und so weiter.
00:13:13: Und die, womöglich eine, Praxismanagerin, die schon seit zwanzig Jahren am Start ist, die ist einfach dann auch in ihrer Aufgabenfülle überlastet.
00:13:21: Man kann das an Überstundenkonten sehen.
00:13:22: Man kann es auch daran sehen dass Menschen unruhig werden, Krankenstand steigt, dass es einfach nicht rund läuft. Und das liegt daran, dass Strukturen nicht ausgebaut werden können.
00:13:33: Nicht weil die Ideen fehlen, sondern weil die Menschen fehlen, mit der Qualifikation auch, mit den Arbeitsstunden, die diesen notwendigen Strukturausbau vorantreiben – quasi der Motor des Geschehens. Und ihr selber könnt nicht an jeder Stelle sein.
00:13:46: Insofern brauchen wir hier die Leute an eurer Seite, die in dieser Phase mit dafür sorgen, dass die Ideen auf die Handlungsebene kommen.
00:13:55: In dem Zusammenhang auch nochmal: Vorsicht Home Office.
00:13:59: Ja, im Praxismanagement haben wir manchmal Personen, die so das Home Office für sich entdeckt haben, und sich auch gerne dann mal zurückziehen, um Dinge abzuarbeiten.
00:14:07: Dagegen ist auch nichts einzuwenden.
00:14:09: Nur, wir sind hier im People Business unterwegs.
00:14:12: Wir brauchen schon Menschen, die auch Interesse an Menschen haben, und nicht nur an Prozessen, Daten, Skalierung.
00:14:18: Insofern geht es schon auch darum, sich zu zeigen, zu beobachten, zu schauen: Was ist da los. Um auch die Praxis in ihrer Komplexität zu erkennen und zu führen.
00:14:29: Also, wie ist der Ton, wie wird mit den Patienten gesprochen?
00:14:32: Wie ist die Atmosphäre, die durch die Räume schwingt?
00:14:35: Was ist los mit Handybenutzung, mit Raucherpausen?
00:14:38: Also das sind ja all diese schwierigen Themen, die dann schon auch eine Struktur brauchen und gleichzeitig auch die Führungskräfte, die mit weichem Ton, und gleichzeitig klar in der Sache, daran mithelfen, dass alles seinen guten Weg findet.
00:14:54: In dem Zusammenhang auch noch ein Aspekt – das ist kein Wunschkonzert,
00:14:58: das ist uns natürlich auch klar –,
00:15:00: nur: hohe Teilzeitquote, viele Auszubildende in dieser Phase des dynamischen Wachstums macht es nochmal einen Stück herausfordernder.
00:15:08: Also, es ist schon auch gut wenn da ausreichende Durchmischung mit Vollzeitkräften ist, sodass die Aufmerksamkeits-Kapazität der Leitenden sich nicht auf zu viele Köpfe verteilen muss.
00:15:22: Wenn ich Aufgaben habe, die durch fünf Personen erledigt werden,
00:15:26: ist es natürlich was anderes, als wenn das eine Aufgabenpaket ist, dass durch acht Personen erledigt wird.
00:15:30: Führungsaufgaben gehen immer pro Kopf und das ist schon der Effekt oder das Prinzip, am Ende die Formel, die hier auch eine Rolle spielt, bei der Frage, wie stark erreiche ich die Menschen, die ich jetzt hier zu leiten haben in dieser doch herausfordernde Phase des Praxiswachstums.
00:15:47: So jetzt machen wir den Schwenk zu den Behandlungsbereichen.
00:15:51: Ja, mein fünfter Tipp ist Behandlungsbereiche klug auszubauen.
00:15:55: Also die Frage ist ja dann: Wie wird das Therapiespektrum ausgeweitet?
00:15:59: Und da ist die Idee auch oft schnell im Raum, einen Kinderbereich auszugestalten.
00:16:05: Das kann auch eine gute Idee sein.
00:16:07: Dabei ist zu bedenken dass der Kinderfallwert ungefähr halb so hoch ist wie der Erwachsenenfallwert.
00:16:13: Also auf fünfhundert behandelte erwachsene Patienten würden tausend Kinderpatienten kommen.
00:16:19: Das ist so, eins zu zwei, ungefähr, pro Quartal. Und das sind jetzt schon mal doppelt so viele Patienten und die kleinen Patienten werden in aller Regel begleitet.
00:16:29: Das heißt ihr habt am Ende viermal so viele Menschen in eurer Praxis im Kinderbereich, im Vergleich zum Erwachsenenbereich, die erwachsenen Patienten kommen ja in der Regel dann auch alleine, ohne Begleitung.
00:16:40: Und, das hat Konsequenzen.
00:16:42: Also, wie groß ist der Rezeptionsbereich, wie groß sind die Warteräume?
00:16:45: Wie viele Menschen werden da unter Umständen gebraucht, um wirklich diese Patientensteuerung dann im Alltag hinzubekommen?
00:16:51: Gesundes Praxiswachstum ist von sowas nicht überrascht, weil man sich im Vorfeld informiert hat, und da weiß man, dass das Konsequenten hat, für die Größe der Räume, für die Anzahl der Toiletten, Flure, für die Quadratmeter, die gebraucht werden.
00:17:06: Man weiß auch, dass die Rentabilität der Kinderzahnheilkunde ganz wesentlich mit der Prophylaxe abgepuffert und abgerundet wird – da braucht es natürlich dann auch die Entscheidung, wird in der Praxis Narkosebehandlung angeboten oder nicht?
00:17:19: Wenn man entscheidet, es werden Narkosebehandlungen angeboten, gibt es andere Strukturen für den Aufbau der Kinderpatienten als wenn es darum geht, in der Region die Idee der Familienzahnarztpraxis weiterzuverfolgen.
00:17:34: Also die Frage, habe ich hier jetzt wirklich das Zentrum für stark zerstörte Kindergebisse oder brauche ich das Konzept für Kinder, die aus Familien kommen mit tendenziell sehr guter Zahngesundheit?
00:17:45: Das ist schon ein Unterschied in den therapeutischen und organisatorischen Festlegungen, hat auch Auswirkungen darauf welche Analogpositionen werden gebildet usw.
00:17:53: So, dann ist die Frage: Wer macht denn die Kinderzahnheilkunde?
00:17:56: Wenn die Kinderzahnheilkunde nicht durch Praxisinhaber/-inhaberin selber erbracht wird, das also durch delegierte Arbeit organisiert werden soll, ist das Thema der Abhängigkeit zu bedenken.
00:18:09: Eine Person für Kinderzahnheilkunde, dafür alles auszurichten, die entsprechenden organisatorischen und therapeutischen Konzepte zu erarbeiten, und dann ist die Person unter Umständen
00:18:19: von heute auf morgen – aus welchen Gründen auch immer – weg, bringt die Praxis in eine schwierige Lage. Und das sollte idealerweise nicht passieren, denn es kommt ja da auch noch hinzu:
00:18:30: In einer Praxis, die einen Kinderbereich hat, sind die Erwachsenen-Behandler auch deshalb gerne, weil sie keine Kinder behandeln müssen, und dann die Vertretung zu machen,
00:18:38: also das ist wiederum Kollateralschaden dann für die Arbeitgeberattraktivität im Erwachsenenbereich.
00:18:44: Also wenn ihr so was vor habt, auf jeden Fall der Tipp, direkt den Bereich so groß aufzubauen, dass zwei Kinderzahnärzte angestellt werden.
00:18:52: Wenigstens zwei, auf Dauer besser drei, weil damit das Thema Abhängigkeit an Gewicht verliert.
00:18:59: Ja und dann natürlich auch die Frage: Wenn unter Narkose behandelt werden soll, wie läuft es mit der Anästhesie?
00:19:05: Es ist ja schwierig in einigen Regionen und auch in einigend Städten, Anästhesisten zu bekommen, für die Narkosebehandlungen. Wenn die dann nicht stattfinden können,
00:19:12: weil die Anästhesie nicht organisiert werden kann, gibt es sofort eine dicke Lücke in der Betriebswirtschaft, natürlich auch in der Therapie, aber eben auch an der Betriebswirtschaft. Und sowas ist dann idealerweise auch vorgeplant.
00:19:27: Noch kurz zur Kieferorthopädie:
00:19:29: Bei der Mehrbehandlerpraxis, bei der Idee des Konzeptes "alle Disziplinen unter einem Dach", kommt oft auch die Idee von Kieferorthopädie.
00:19:37: Da bitte ich zu bedenken, die Kieferorthopädie hat völlig andere Arbeitsabläufe, einen ganz anderen Workflow, hohen Delegationsgrad, speziell ausgebildete Assistenzen, dann auch so Stoßzeiten, zu denen die Kinder kommen und die Wartezimmer überfluten...
00:19:53: Also die Kieferorthopädie ist so anders von ihrem organisatorischen Konzept, dass wir, ja ich sage es jetzt deutlich, dringend davor warnen, direkt die Kieferorthopädie mit reinzunehmen.
00:20:05: Das darf sehr gut überlegt sein.
00:20:07: Wenn jetzt Inhaber/Inhaberin selber kieferorthopädisch ausgebildet sind, ist es noch ein bisschen was anderes.
00:20:12: Wenn der kieferorthopädische Bereich mit Angestellten geplant ist, dann bitte Vorsicht, schauen, ob das überhaupt realisiert werden kann, wenn ja, das Thema der Abhängigkeit und das Thema der völlig unterschiedlichen Organisationen direkt zu Ende denken.
00:20:29: Und es gibt natürlich nichts Schlimmeres als womöglich 700 anbehandelte KFO-Fälle und kein Kieferorthopäde mehr am Start.
00:20:38: So, also auch da bitte direkt mit einer ausreichend großen Abteilung und wenigstens zwei Behandlern planen, wenn es eben nicht im eigenen Behandlungsbereich der Inhaber steht.
00:20:49: Ja, da schließt sich mein siebter Hinweis direkt gut an.
00:20:52: Beachtet bitte den Beitrag der Personalarbeit am Gesamterfolg der Praxis.
00:20:59: Geld wird in der Routine verdient und es ist eben schon angeklungen: Wenn Assistenzen fehlen, deshalb Behandlungsstunden ausfallen oder nur auf einem Zimmer behandelt werden kann und nicht auf zwei, dann schmilzt sofort der zahnärztliche Stundensatz wie Eis unter der Sonne.
00:21:14: Wenn nicht ausnahmsweise, sondern ständig Assistenzen fehlen, liegt unangemessener Druck auf den noch verbleibenden ZFAs.
00:21:22: Das wird eine Zeit lang in einem guten Teamklima kompensiert, da machen die Menschen das mit.
00:21:28: Wenn dann aber nichts passiert, dann könnt ihr hingucken, wie der Krankenstand steigt, und in der Folge dann auch die Fluktuation.
00:21:34: Weiteres Beispiel: Wenn die langjährige Schlüsselperson im Praxisteam einerseits das Vertrauen von Chef oder Chefin genießt, was alle wissen, andererseits immer wieder den Ton nicht trifft im Team,
00:21:44: auch keine Bereitschaft zeigt, ihren Anteil an schlechter Stimmung zu erkennen oder sich auch jeglicher Persönlichkeitsentwicklung verweigert, hat das eben Auswirkungen auf die Gesamtpraxis.
00:21:57: Noch ein Beispiel: Wenn angestellte Zahnärzte ins Team kommen, neigen manche Praxisinhaber dazu zu denken, sie sind genauso gut ausgebildet wie ich.
00:22:06: Die werden das schon machen.
00:22:08: Lassen sie laufen. Und dann ist nach einigen Wochen oder Monaten das Erstaunen groß, welche Zahnheilkunde unter dem eigenen Dach stattfindet oder wie mit Mitarbeitenden gesprochen wird oder was sich da alles so latent ergeben hat.
00:22:21: Also mit diesen Beispielen möchte ich verdeutlichen: Zu gesundem Praxiswachstum gehört auch professionelle Mitarbeiterführung, weil über Wirkungsketten aus Personalarbeit ein substanzieller Beitrag zur Routine zu einem guten Miteinander zum guten Teamklima und damit auch zum Praxisgewinn entsteht.
00:22:41: Ihr braucht insofern ausreichend Leitungspersonen im Team mit wirklich ausgebildetem Qualifikationsstand, sodass die Leute an eurer Seite dafür sorgen, dass jeder im Team sich gesehen fühlt.
00:22:51: Dass ausreichend Feedback stattfindet bei Dingen, die super laufen, natürlich eine Verstärkung der positiven Sachen und natürlich auch Dinge, die korrekturbedürftig sind, angesprochen werden, und dann miteinander gedreht werden.
00:23:05: Die Praxis kann eben nur dann ihre Potenziale ausschöpfen, wenn die Menschen mitgenommen werden.
00:23:10: So mein achter Hinweis geht jetzt mal in das Betriebswirtschaftliche.
00:23:13: Ihr kennt diesen Satz, habt ihn vielleicht auch selber schon erlebt:
00:23:16: Wachstum kostet Rendite.
00:23:18: Dahinter verbirgt sich der Sachverhalt, dass man in Wachstumsphasen sich stark beschäftigen darf mit Dingen, die einmaligen Charakter haben, die mit Strukturausbau zu tun haben. Die also nicht das Daily Business sind.
00:23:31: Das kostet Zeit und das kostet Geld.
00:23:33: Hinzu gesellen sich diese verschiedenen Investitionen – nicht nur jetzt in Behandlungseinheiten, neue Räume oder Mitarbeiter – auch in die Dinge, die so durchwabern:
00:23:43: Das sind beispielsweise die Schulungskosten für die neue Software oder die Beratungskosten bei Rechtsanwalt und Steuerberater für die MVZ GmbH. Oder auch die neue Website, die Positionierungsstrategie des Marketings.
00:23:56: Also sowas explodiert gerne in Wachstumsphasen.
00:24:00: Das sind einmalige Kosten, die dann in der BWA sofort als Kosten abgezogen werden.
00:24:06: Also das Bankkonto rauscht runter, geht im schlechtesten Fall ins Minus und die BWA sieht fürchterlich aus.
00:24:15: Wachstum kostet einfach Rendite, das ist so.
00:24:16: Und das überrascht euch dann idealerweise auch nicht, weil ihr das wisst.
00:24:21: Und es gibt da diese strategische Empfehlung, die heißt Liquidität vor Rentabilität vor Wachstum.
00:24:28: Also die dynamische Wachstumsphase ist idealerweise dann gesetzt, wenn wirklich die Praxis wirtschaftlich sehr gut steht, wenn die Konnten voll sind, wenn das Ganze gut vorausgeplant wird ... Wenn sich auf eine eh schon schwierige finanzielle Lage auch noch der zweite Standort drauf packt,
00:24:43: mit allem was dazugehört, kann man sich vorstellen, dass das finanziell ja schon auch eine heikle Angelegenheit werden kann.
00:24:51: In der Folge dann: Zum gesunden Praxiswachstum gehört eben auch die klare Finanzstrategie, die gute Finanzführung.
00:24:57: Das beginnt damit, dass die Investitionen gut durchkalkuliert sind, dass wirklich auch vollständige Investitionsplanungen, inklusive Dekoration, inklusive Kleinmöbel, inklusive Beleuchtung ... auch bitte die Mehrwertsteuer nicht vergessen
00:25:09: auf die Investitionsgüter. Dass das alles soweit klar ist, dass es drin ist, dass auch Budget-Kontrolle stattfindet. Und das so Dinge wie ich sie eben nannte, also einmalige Kosten, auch natürlich mit berücksichtigt sind, unter Umständen
00:25:23: auch direkt mit abgedeckt sind
00:25:24: von Darlehen. Mag man jetzt sagen, das sind aber keine langfristigen Investitionsgüter.
00:25:29: Dennoch macht es Sinn hier, das mal, zum Teil zumindest, mit langfristig zu finanzieren.
00:25:34: Apropos Finanzierungslaufzeiten, also es ist schon sehr sinnvoll sich anzuschauen, was sind die Abschreibungslaufzeiten? In aller Regel
00:25:41: irgendwas rund um zehn Jahre und dann die Darlehens-Laufzeiten auch darauf abzustimmen.
00:25:45: Das ist die goldene Finanzierungsregel, dass die Darlehens-Laufzeiten auf die Abschreibungslaufzeiten abgestimmt sind und damit fährt man dann in der Regel auch sehr gut.
00:25:55: Ja und dazu gehört natürlich auch, dass man nicht ständig sich im weiteren Wachstum befindet, sondern das schon auch gute dynamische Wachstumsphasen geplant werden.
00:26:03: Und dann auch mal eine Phase der Konsolidierung geplant wird, in der über ein, zwei, drei Jahre das aufgebaute wirklich in den Prozessabläufen, im Team, in der Teamkultur, in allem was da noch so vielleicht ein bisschen zu kurz kam, gesehen wird und in die Professionalität gebracht wird.
00:26:21: Ja, und unsere Akademie steht ja für den ganzheitlichen Ansatz.
00:26:24: Da darf natürlich jetzt auch der ergänzende Hinweis nicht fehlen – ganz kurz mein neunter Tipp!
00:26:31: Auf jeden Fall die Kennziffern mit im Blick zu halten:
00:26:34: Womit steuere ich Performance?
00:26:36: Wie verfolge ich die Finanzen?
00:26:37: Wie wird Auslastung gesteuert?
00:26:40: Neue Behandlerteams brauchen dann 500, 600 Patienten – oder auch 1.000 oder tausend 1.200 für die Kinderbereiche – pro Quartal, die sind aufzubauen.
00:26:49: Das kann man alles in die Planungssicherheit bringen, indem das entsprechende Kennziffern-Konzept dann aufgebaut und auch regelmäßig verfolgt wird, mit Plan-Daten und natürlich einem Soll-Ist-Abgleich.
00:27:01: Ja, damit kommen wir zum Ende dieses Podcasts. Und bevor es gleich noch den Bonus-Tipp gibt, komme ich jetzt zu meinem zehnten Hinweis und das ist ein unternehmerischer: Bitte überlast die Größe eurer Praxis nicht den Patienten.
00:27:16: Reagiert nicht auf Patientenzulauf. Ihr wisst das:
00:27:20: Überall schließen Praxen.
00:27:21: Es ist so, dass wir in vielen Regionen sehen, dass die Patientenzahlen steigen und das mit dem entsprechenden Patientendruck, mit entsprechenden Anzahlen von Neupatienten.
00:27:30: Das ist so, nur das bedeutet nichts zwangsläufig, dass eure Praxen größer werden müssen.
00:27:35: Damit die Praxis gut steht, braucht es ausgewogene Relationen zwischen Patientenzahlen und Behandlerzahlen.
00:27:42: Es braucht gewisse Teamkonstellation.
00:27:45: Eine Praxis, die zu wenig ausgelastet ist mit Patienten, hat natürlich die Thematik, dass Patienten aufgebaut werden sollen.
00:27:54: Das ist auch völlig in Ordnung so.
00:27:55: Nur, eine Praxis, die überrannt wird und wird immer größer und immer größer und behandelt
00:28:00: womöglich viel mehr Patienten als allen Beteiligten gut tun,
00:28:03: die tut sich damit eben auch keinen Gefallen.
00:28:06: Und: noch ein Zimmer mehr und noch ne Etage mehr und vielleicht noch ein zweiter Standort und so,
00:28:10: weil gerade der Bedarf so groß ist ...
00:28:13: Es geht darum, dass das unternehmerische Konzept zu euch passt. Zu eurer Lebensplanung, zu euren persönlichen Präferenzen und zu euren Stärken.
00:28:22: Zu dem, was für euch wichtig ist.
00:28:24: Und daraus ergibt sich eine gewisse Praxisgröße die ihr gut handeln könnt, mit der ihr euch wohlfühlt und die auch euren Qualitätsmaßstäben entspricht.
00:28:34: Also gesunde Praxiswachstum entsteht auch ganz entscheidend daraus, dass ihr für euch dort die Marker gut setzt.
00:28:41: Es gibt dieses Instrument der Neupatientenbremse und das darf durchaus auch angewandt werden damit die Praxis auch auf lange Sicht zu euch passt und zu dem, was ihr für euch mit gesundem Praxiswachstum verbindet.
00:28:55: Ja, nun der Bonus-Tipp zum Ende dieses Podcasts wie versprochen.
00:28:59: Der eine oder andere mag sich vielleicht schon wundern, redet sie denn gar nicht über Gehälter und Bezahlung?
00:29:05: Ja, das Thema ist groß,
00:29:06: deshalb gibt es ja bei uns zur zahnärztlichen Vergütung auch eine eigene Podcastfolge.
00:29:11: Das ist die Nummer 024.
00:29:13: Also die steht für euch bereit.
00:29:15: Deshalb an dieser Stelle im Kontext des gesunden Praxiswachstums nur eine ganz zentrale Empfehlung:
00:29:21: Überlegt bitte sehr genau, ob ihr Einstellungen macht mit 25 oder womöglich sogar 30 Prozent Umsatzprovisionen auf den zahnärztlichen Plätzen.
00:29:30: Wenn ihr die erst mal vereinbart habt, kommt ihr nur ganz schwer wieder raus.
00:29:34: Der eine oder die andere von euch mag vielleicht auch schon einige Erfahrungen gemacht haben.
00:29:39: Und ihr landet dann nämlich damit bei deutlich zu hohen Personalkostenquoten, die liegen dann bei wenigstens 30, oft 35, manchmal sogar 40 Prozent, also Gehälter plus Nebenkosten bezogen auf das zahnärztliche Honorar – und das ist viel zu hoch.
00:29:55: Die Zielquote in der Mehrbehandlerpraxis, die sich mehrheitlich organisiert mit ärztlicher Delegation, liegt bei 20 bis 24 Prozent.
00:30:04: Gegen gute zahnärztliche Gehälter ist natürlich nichts einzuwenden, im Gegenteil.
00:30:09: Auch die Mehrbehandlerpraxis bezahlt logischerweise angemessene wettbewerbsfähige Gehälter, nur: die berechnen sich in Euro und nicht in 25 oder 30 Prozent Provision.
00:30:20: Es ist nämlich so: Wenn ihr eure Sache in Positionierung, Organisationsentwicklung, Kultur, Wachstumsmanagement, also all die Dinge, die ja auch wirklich anstrengend und herausfordernd sind auf dem Wachstumsweg, dann schafft ihr damit ein Gesamtsystem, in dem auf den zahnärztlichen Arbeitsplätzen vergleichsweise sehr hohe Honorarumsätze organisiert werden.
00:30:44: Ihr stellt also durch euer eigenes, erfolgreiches, unternehmerisches Wirken Rahmenbedingungen zur Verfügung, die vergleichsweise sehr hohe zahnärztliche Honorare bei den angestellten bahnen.
00:30:57: Und wenn ihr darauf jetzt das traditionelle zahnärztliche Vergütungssystem setzt, das aus ganz anderen Zeiten und auch ganz anderen Konzepten kommt,
00:31:05: dann entsteht genau hier an dieser Stelle ein hartnäckiges Problem.
00:31:10: Ja, so viel an dieser Stelle, viele Details dazu könnt ihr noch, wie gesagt, in der Folge 024 nachhören.
00:31:17: Ihr könnt spannende Euro-Gelder zahlen, aber bitte bitte stellt euch nicht die Falle mit Provisionsgehältern, die dann über die Zeit in Euros viel zu hoch werden, im Vergleich zu dem, was für euch als Praxisinhaber/Praxisinhaberin am Ende rauskommt.
00:31:32: Ja, und dann ganz zum Schluss noch ein Hinweis für die Vergütung des nicht-zahnärztlichen Teams:
00:31:37: Irgendwann im Wachstumsprozess, also besser früher als später, empfiehlt sich die Entwicklung eines wirklich transparenten, verkoppelten Konzeptes von Gehaltsmatrix und Karrierewegen.
00:31:49: Daraus ergeben sich vielfältige Vorteile, die am Ende alle zur Mitarbeiterbindung beitragen und auch eure Zukunftsfähigkeit als Arbeitgeber untermauern.
00:31:59: Ja, wenn ihr noch nicht so weit seid, dass ihr eure Konzepte dafür entwickelt habt oder entwickeln wollt, beherzigt bitte eines auf jeden Fall: Habt ausreichend Abstand zu Mindestlohn und Co.
00:32:11: Bei allen Gehältern, die für ZFAs und das nicht-zahnärztliche Personal bezahlt werden, und vergesst bitte auch in euren Gehaltsrunden nicht die unauffälligen, langjährigen Mitarbeitenden, die den Laden so oft loyal am Laufen halten, ohne sich dafür eine große Bühne zu verschaffen.
00:32:30: Also auch hier braucht es natürlich eure Aufmerksamkeit und faire Bezahlung.
00:32:35: Ja, soweit für heute meine Hinweise zum gesunden Praxiswachstum!
00:32:40: Es ist ja immer so die Frage:
00:32:40: Wie findet man die Auswahl?
00:32:43: Und ich kann euch versprechen, es wird ganz sicherlich noch weitere Folgen zu gesundem Praxiswachstum geben.
00:32:49: Dieses hier auf jeden Fall jetzt, um es euch zu vermitteln, und idealerweise auch, einige Anregungen für konkrete Umsetzungen in euren Praxen gegeben zu haben.
00:32:58: Vielen Dank für eure Zeit, alles Liebe und gerne bis bald!
00:33:01: Tschüss.
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